Fabian Popp (links) und Michael Janke, die Herausgeber des Kneipenquartetts Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ein Kneipenquartett für Stuttgart, das sich Studenten aus Karlsruhe ausgedacht haben, kombiniert das klassische Kartenspiel mit Gutscheinsystem.

Stuttgart - Schneller, länger, schwerer, breiter – Auto-Quartettspiele begeistern vor allem durch Superlative. Doch wie wäre es mit günstiger, pro Stunde geöffnet und wahlweise männlicher oder weiblicher? Und wo steht die längste Theke der Stadt? In diesen Kategorien stechen sich die Karten im 0711-Kneipenquartett aus, dessen zweite Auflage jetzt erscheint und sich deutlich von der ersten unterscheidet.

Die Macher: Fabian Popp (25) und Michael Janke (26), zwei Studenten aus Karlsruhe, die dort bereits seit einigen Jahren ein Kneipenquartett vertreiben. Für die Stuttgarter Ausgabe haben sie sich Martin Greguletz (25), der hier studiert, ins Boot geholt.

Aber wie macht man in einer Stadt, in der man nicht einheimisch ist, ein Quartett über die Gastrolandschaft? „Ganz einfach war das natürlich nicht. Aber dank meiner Freundin, die gebürtige Stuttgarterin ist, haben wir eine bunte Auswahl mit den hoffentlich wichtigsten Kneipen zusammenbekommen“, sagt Janke. Die Auswahl der Gaststätten beinhaltet Klassiker wie das La Concha am Wilhelmsplatz und das Hotzenplotz in der Silberburgstraße, aber auch neue, hippe Läden wie die Imme am Österreichischen Platz oder das Café Bohéme in der Calwer Passage, der heutigen Fluxus-Einkaufsmeile. Die neuen trendigen Bars im und um das Leonhardsviertel haben die Gründer bewusst ausgespart, da sich die Preisklasse der Lokalitäten an den Geldbeutel von Studenten richten soll.

Reich werden die Studenten allenfalls an Erfahrung

„So kamen wir damals in Karlsruhe überhaupt auf Idee“, sagt Popp. Er und Janke stellten nach einem Jahr Studium fest: Sie kannten die Stadt eigentlich gar nicht, besuchten immer nur dieselben Lokale. Dann hörten sie von einem Kneipenquartett in Freiburg – und entschlossen sich selbst, ein Quartett in ihrer Studentenstadt zu machen.

„Studenten sind unsere wichtigste Zielgruppe, besonders die Erstsemester“, sagt Popp. Deswegen sind die Fachschaften der wichtigste Vertriebskanal für das Kneipenquartett. Das Quartett kann außerdem im Internet oder in den Buchhandlungen Wittwer und Osiander erworben werden.

Wer übrigens kein Interesse am Quartettspiel hat, kann dennoch etwas mit der zwölf Euro teuren Kartenschachtel anfangen. Für jede Karte gibt es im Tausch in der betreffenden Kneipe ein alkoholisches oder ein alkoholfreies Getränk aufs Haus. 140 Euro sollen die Gutscheine insgesamt wert sein.

Wie hoch die Auflage des Kartenspiels ist, wollen die Gründer nicht verraten. „Der Vorrat lagert bei uns in den Studentenbuden“, sagt Janke. Von dort aus wurde, abgesehen von den Ortsbesuchen, das komplette Quartett hergestellt – von der Telefonakquise bis zur grafischen Gestaltung.

Reich seien die Studenten durch den Aufbau ihrer Firma vor allem an Erfahrungen geworden. „Gegründet zu haben hilft uns sicher auch im Berufsleben weiter.“ Bis es dorthin geht, dauert es voraussichtlich noch ein Jahr. Fabian Popp und Michael Janke studieren Maschinenbau. Bis sie damit fertig sind, wollen sie noch an so einigen Tresen verhocken.

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