In Heilbronn ist die Kneipe Pumuckl eine kleine Institution. Foto: dpa

Die Kneipe Pumuckl in Heilbronn muss ihren Namen ändern – und das nach drei Jahrzehnten. Und der Pächter hat die Rechtinhaber sogar selbst darauf gebracht.

Heilbronn - Wohl schon über 30 Jahre lang heißt eine kleine Kneipe in Heilbronn Pumuckl - doch zum Jahreswechsel ist Schluss damit. Weil die Inhaber der grafischen und literarischen Rechte rund um den frechen Kobold mit dem roten Wuschelkopf Lizenzgebühren einfordern, müsse er Nachforderungen und eine Strafe von insgesamt rund 3000 Euro zahlen, bestätigte Pächter Michael Fuchs einen Bericht der „Heilbronner Stimme“. Und weil er sich auch in den nächsten Jahren den Namen nicht leisten könne, werde er die vor allem bei Dart-Spielern beliebte Kneipe in der Nähe des Neckarufers in Fuchsbau umbenennen.

Das Werbeschild über dem Eingang hängt noch. Der Schriftzug ist klar dem frechen Kobold zuzuordnen. Auf den Karten befand sich einst ein Bild vom Pumuckl. Die habe er aber ganz schnell eingezogen, als der Konflikt mit den Nachfahren von Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut aufkam. Auch Facebook-Einträge wurden geändert.

Pächter brachte Diskussion selbst ins Rollen

Von Streit will man beim Ellis-Kaut-Pumuckl-Team ohnehin nicht sprechen. Man komme schon zueinander, sagte Steffi Vogel in Walpertskirchen vor den Toren von München. Etwas Geld müsse man aber fordern, schon um gerecht zu bleiben. Schließlich gebe es Lizenznehmer, die brav zahlen.

Das Tragische an der Geschichte ist, dass Fuchs selbst alles ins Rollen brachte. Er ist seit fünf Jahren Pächter, seine Vorgänger hätten ihm versichert, dass der Name für das Bistro okay sei. Der Namensgeber lebe schon nicht mehr. Als Fuchs aber T-Shirts für sein Dart-Team mit dem Konterfei des Kobolds drucken lassen wollte, fragte er vorsichtshalber doch mal in Walpertskirchen nach. Die T-Shirts seien kein Problem, hieß es dort, der Name des Lokals hingegen schon.

Auch Fuchs sieht ein, dass er den Rechteinhabern im Grunde chancenlos gegenübersteht. Bei einem Gang vor Gericht könne am Ende rasch eine Forderung in fünfstelliger Höhe ins Haus stehen, befürchtet er. Das Ellis-Kaut-Pumuckl-Team erklärte die geforderten 3000 Euro damit, dass es etwa die Hälfte der Summe sei, die hätte gezahlt werden müssen, wenn Fusch die Lizenz ordnungsgemäß erworben hätte. Wobei die Pächter der Heilbronner Kneipe sie gar nicht bekommen hätten: Schließlich passe eine reine Kneipe mit Alkoholausschank nicht wirklich zur Marke Pumuckl.

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