Nachdem das ehemalige Pächterduo im Februar das Breitscheidstüble aufgegeben hat, ist mittlerweile ein neuer Betreiber gefunden. Wie es mit der Kneipe in Stuttgart-West weitergeht.
Spieleabende, Parties, Stammtische, Fußballschauen – das ehemalige Pächterduo des Breitscheidstüble hat in den vergangenen zwei Jahren frischen Wind in die Eckkneipe im Stuttgarter Westen gebracht. Im Februar beendeten Fabian Huber und Patrick Dietz ihre Tätigkeit als Kneipenbetreiber nach zwei Jahren wieder. Damals war noch unklar, wer das Geschäft übernehmen würde.
Doch das Stüble stand nicht lange leer. Bereits Mitte März wurde auf den sozialen Medien die Wiedereröffnung angekündigt. Der Neue hinter der Theke: Joe Hildenbrand. Der 29-Jährige übernahm auf Anfrage den Restpachtvertrag seiner Vorgänger, der noch bis Ende September läuft – und erfüllte sich damit einen langgehegten Traum. „Die Chance wurde mir quasi auf dem Silbertablett serviert“, sagt Hildenbrand. „Es wäre schade gewesen, wenn die Kneipe das halbe Jahr leergestanden hätte. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe ich mich dafür entschieden, den Betrieb quasi als Pop-up weiterzuführen.“
Ex-Mitarbeiter ist neuer Kneipenchef in Stuttgart-West
Die Übernahme des Pachtvertrags bedeutet für Hildenbrand auch eine berufliche Kehrtwende: Während er bislang als Bürokaufmann gearbeitet hat, steht er nun hinter der Theke. Seinen alten Job hat der 29-Jährige vorerst aufgegeben, das Breitscheidstüble ist sein neuer Fulltime-Job.
Seine Freundin Lisa ist ihm dabei eine große Stütze, wie er sagt. „Sie hält mir komplett den Rücken frei. Ohne Lisa würde ich es gar nicht hinbekommen, mich komplett auf das Stüble zu konzentrieren.“
Der Gastro-Betrieb ist für den 29-Jährigen trotz Ausflugs in die Welt des Bürokaufmanns keineswegs unbekanntes Terrain: Bereits nach seinem Studium arbeitete der Stuttgarter mehrere Jahre in der Gastronomie, bevor er als Bürokaufmann tätig war – unter anderem im Wirtshaus zum Hotzenplotz gleich um die Ecke. In den letzten Monaten vor der vorübergehenden Schließung des Breitscheidstübles fand man ihn auch dort hinter der Theke. Seinen neuen Arbeitsplatz kennt Hildenbrand entsprechend gut. Ebenso wie die Gäste.
Die sind zufrieden mit dem neuen Stüble-Chef, wie der 29-Jährige erzählt. „Das Konzept, wie es bisher war, habe ich so übernommen. Viel verändert habe ich nicht, denn das Breitscheidstüble ist für viele ein altbekannter Zufluchtsort.“ Soll heißen: Specials wie beispielsweise der Studi-Dienstag oder das Bierwürfeln an Donnerstagen, die die vorigen Pächter eingeführt haben, bleiben den Gästen erhalten. Am Pfingstmontag etwa lädt das Stüble von 14 bis 20 Uhr zum Daydrinking mit Kessler und Spritz.
Pachtvertrag läuft Ende September aus – Zukunft der Kneipe ungewiss
Trotz steigender Kosten und der generell schwierigen wirtschaftlichen Lage versucht der neue Chef nach wie vor die Preise niedrig zu halten. „Es sollen sich möglichst viele Leute leisten können, hier ihr Bier zu trinken und Fußball zu schauen, anstatt alleine zu Hause zu sitzen.“
Bis Ende September 2026 läuft der Pachtvertrag noch – bis dahin bleibt Hildenbrand die Kultkneipe. Wenn es nach ihm ginge, würde er dieses recht kurze Vergnügen im Anschluss gerne verlängern. „Es macht mir extrem viel Spaß“, so der 29-Jährige. Bisher sei allerdings noch nicht klar, was der Besitzer nach Auslaufen des Pachtvertrags mit dem Lokal vorhat. Das gelte es abzuwarten.
Breitscheidstüble Breitscheidstr. 49, Stuttgart-West, Di-Do 17-23, Fr+Sa 15-2 Uhr >>>