Zu Besuch im Olgahospital: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (re.) Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Werner Wölfle (Grüne) nutzte am Dienstag die Gunst der Stunde: Der Krankenhausbürgermeister versuchte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Sorgen der Stadt Stuttgart bezüglich des Klinikums näherzubringen.

Stuttgart - Werner Wölfle (Grüne) nutzte am Dienstag die Gunst der Stunde. Schließlich hat man als Krankenhausbürgermeister nicht jeden Tag die Gelegenheit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Sorgen der Stadt Stuttgart näherzubringen. „Alles, was sie hier sehen, das nicht der Norm entspricht, ist durch private Spenden finanziert. Ohne diese Unterstützung könnten wir eine Klinik wie diese nicht betreiben“, sagte Wölfe bei Gröhes Besuch im Olgahospital.

Der Minister spitzte zudem die Ohren, als er von der Bundestagsabgeordneten Karin Maag (CDU) hörte, dass 27 Fördervereine eine Million Euro für zusätzliches Personal und weitere zwei Millionen für den Neubau aufgebracht hätten.

Krankenhausreform soll Wende bringen

Aufmerksam hat Gröhe auch vernommen, dass das Klinikum Stuttgart „beachtlich unangenehme rote Zahlen schreibt“, wie Werner Wölfle sagte: „Auf Dauer können wir das Defizit in zweistelliger Millionenhöhe nicht stemmen.“

Der Minister war jedoch der Ansicht, dass das neue Krankenhausreform darauf die richtige Antwort gegeben habe. Weiter meinte er: „Zusätzliche Leistungen sollen zusätzliche Zuschläge bei der Vergütung bekommen. Die realen Leistungen sollen in Zukunft fair abgebildet werden.“ Der Klinische Direktor des Klinikums, Prof. Jürgen Graf, wollte das jedoch nicht so stehen lassen. An der Spitzenmedizin, die im Olgäle die Kinderonkologie leiste, widerlegte er Gröhe. Denn das Olgahospital ist in diesem Bereich nicht als Zentrum anerkannt worden. Und damit kam die Klinik nicht in den Genuss von 500.000 Euro Zuschuss. Hermann Gröhe will jedoch auch hier für mehr Gerechtigkeit sorgen: „Wir müssen jetzt klar definieren, was ein Zentrum ist.“

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