Die frühere Auslandsabteilung bleibt ein Thema im Katharinenhospital. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der frühere Leiter der internationalen Abteilung des Klinikums Stuttgart hat schwere Pflichtverletzungen begangen. Er ist dabei von niemandem im Umfeld gebremst worden, glaubt Mathias Bury.

Stuttgart - Der Ausgang des Rechtsstreits zwischen dem städtischen Klinikum und dem früheren Leiter der International Unit ist nicht überraschend. Die Regeln für eine fristlose Kündigung sind streng, zum zweiten Mal in kurzer Zeit hat die Stadt deshalb in einem Arbeitsgerichtsprozess zur IU damit Schiffbruch erlitten.

Dennoch können sich die Verantwortlichen bestätigt fühlen. Der Richter hat an keiner Stelle einen Zweifel daran gelassen, dass der frühere IU-Leiter schwere Pflichtverletzungen zuungunsten seines Arbeitgebers begangen hat. Führt man sich die Vorgänge vor Augen, kann man nur den Kopf schütteln. Da hat sich jemand, der es besser hätte wissen müssen, getrieben auch von Erfolgen, in einem Netz von unguten Beziehungen und gefährlichen Abhängigkeiten verstrickt.

Bemerkenswert waren auch die Äußerungen des Richters über Bedingungen der skandalösen Vorgänge, die nicht Gegenstand der Verhandlung waren. Es ist kaum vorstellbar, dass man in der Krankenhausleitung und auch im Rathaus so gar nichts wusste von den Praktiken in der International Unit, auch wenn sich gerade der frühere Geschäftsführer sehr geschickt verhalten hat. Doch alle handelten nach dem Leitspruch der drei Affen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

mathias.bury@stzn.de

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