Klinikum-Reinigungskräfte in Stuttgart Protest über Eingruppierung

Von Viola Volland 

Volker Mörbe vom Personalrat (rechts) im Gespräch mit Krankenhausbürgermeister Michael Föll Foto: Verdi
Volker Mörbe vom Personalrat (rechts) im Gespräch mit Krankenhausbürgermeister Michael Föll Foto: Verdi

Wie einfach ist die Tätigkeit einer Reinigungskraft am Klinikum Stuttgart? Darum geht es in einem Konflikt zwischen Personalrat und Geschäftsführung. Am Freitag haben rund 70 Reinigungskräfte im Rathaus protestiert.

Stuttgart - Rund 70 Reinigungskräfte des Stuttgarter Klinikums haben am Freitagmorgen vor Beginn des Krankenhausausschusses im Rathaus protestiert. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen dem Personalrat des Klinikums und der Geschäftsführung über die Eingruppierung der Reinigungskräfte in die Entgeltgruppe I (der Stundenlohn beginnt bei 10,78 Euro), die laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nur für „einfachste Tätigkeiten“ in Frage kommt. Das sieht der Personalrat nicht gegeben. Er fordert, die Reinigungskräfte mindestens eine Entgeltgruppe höher einzugruppieren und verweist auf aktuell 50 nicht besetzte Stellen.

„Ich finde es unverschämt, dass wir die Knochenarbeit machen und am wenigsten verdienen“, sagte zum Beispiel die Mitarbeiterin Anette Schmid, warum sie protestiert. Sie seien diejenigen, die die infektiösen Räume reinigen müssten – inklusive der Wände. „Das ist auch eine gefährliche Arbeit“, ergänzte eine Kollegin. Der Fraktionsvorsitzende von SÖS/Linke-Plus, Thomas Adler, versprach den Protestierenden, sich für sie einzusetzen: „Hygiene ist ein zentrales Thema, man kann diejenigen, die dafür verantwortlich sind, nicht mit Entgeldgruppe I abspeisen.“

Im Dezember kommt es zum Gespräch beim Bürgermeister

Eine Angestellte übergab Krankenhausbürgermeister Michael Föll (CDU) zwei dicke Aktenordner, in denen sich die Anweisungen befinden sollen, an die sich eine Reinigungskraft halten muss. Föll berichtete, dass es Anfang Dezember zum Gespräch bei ihm mit Personalrat und Geschäftsleitung kommen werde. Sollte keine Einigung erzielt werden, würden sich die Gremien befassen – voraussichtlich nicht mehr der Krankenhausausschuss, sondern der Verwaltungsrat der neuen Kommunalanstalt.

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