Anne Matros Foto: /privat

Die Neustrukturierung der Regionalen Kliniken Holding nimmt Form an. Axel Hechenberger wird kaufmännischer Geschäftsführer. Der Posten des medizinischen Geschäftsführers soll bis Juli besetzt sein. Und: Anne Matros macht weiter.

Es scheint, als habe die Nachricht im Februar, dass Kliniken-Chef Jörg Martin nicht bis Ende 2025 im Amt bleibt, sondern vorzeitig den Hut nimmt, den unruhigen Zeiten an den Kliniken im Kreis ein Ende gesetzt. Jörg Martin hatte sowohl die kaufmännische als auch die ärztliche Leitung des Klinikenverbunds inne, doch der Aufsichtsrat hatte sich wohl auch nach der Kritik an seiner Person – speziell an seinem Führungsstil – im Zuge einer Neustrukturierung für eine Gewaltenteilung entschieden.

 

Axel Hechenberger ist seit 1995 bei den RKH-Kliniken tätig

Eine Münchner Personalberatung war damit beauftragt worden, einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer zu suchen. Und der ist jetzt gefunden: Axel Hechenberger hat sich auf die ausgeschriebene Stelle beworben, und soll zum 1. August als neuer Kaufmännischer Geschäftsführer der Regionalen Kliniken Holding (RKH) seinen Dienst antreten. Das hat der Aufsichtsrat der RKH in einer nicht-öffentlichen Sitzung am Montag entschieden.

Mit der Entscheidung für Hechenberger habe man einen der beiden großen Schritte zur Neustrukturierung mit zwei Geschäftsführungen getan, so Landrat Dietmar Allgaier. Hechenberger ist bereits seit 1995 bei den RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim. Seit 2016 ist er Kaufmännischer Direktor und Stellvertreter von Geschäftsführer Jörg Martin. Damit habe Hechenberger auch operativ in den vergangenen Jahren die Entwicklung der Kliniken maßgeblich mitbefördert. Er verantwortet etwa die Bereiche Finanzen und Bauprojektmanagement, führt drei Stabsstellen und ist in den beiden Klinikenservicegesellschaften Geschäftsführer. Seit 2019 ist er Kaufmännischer Geschäftsführer der RadioOnkologiucum MVZ GmbH.

Eine echte Überraschung wird verkündet

Die Personalie Axel Hechenberger ist keine wirkliche Überraschung. Eine weitaus größere Überraschung ist dafür die zweite Personalie, die die RKH und die Pressestelle des Landratsamtes am Dienstagmittag verkünden: Die Regionaldirektorin der RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH, Anne Matros, bleibt im Amt. „Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim und ich freuen uns, dass wir weiterhin mit Anne Matros arbeiten können“, sagt Landrat Allgaier. Im Januar hatte sie gekündigt, Ende Juli wäre eigentlich ihr letzter Arbeitstag gewesen.

Den Grund für die Kündigung pfiffen die Spatzen von den Dächern – auch wenn Matros ihn selbst so nie formulierte: zwischen der bei der Belegschaft äußerst beliebten Regionaldirektorin und Klinikenchef Martin habe es zu viele Unstimmigkeiten gegeben. Allgaier betont, er habe mit Matros viele Gespräche geführt, um auszuloten, ob ein Verbleib nicht doch möglich sei. Schließlich habe die Direktorin der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim seit ihrem Start im April 2020 nicht nur die Coronapandemie in den Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim, sondern auch viele weitere Herausforderungen gemeistert und sei hoch qualifiziert für die Aufgabe, lobt der Aufsichtsratsvorsitzende.

Das Auswahlverfahren für den Medizinischen Geschäftsführer läuft derzeit noch. Beide Stellen wurden in kurzem zeitlichen Abstand ausgeschrieben, und es gibt nach Informationen unserer Zeitung einige „aussichtsreiche Bewerbungen“. Im Juli soll die Entscheidung dann fallen.