Die Notaufnahme genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Foto: / Lg/Zweygarth

Das Stuttgarter Marienhospital ist eine riesige Maschinerie mit mehr als 32 000 stationären Patienten im Jahr. Um auch nach 130 Jahren technisch und organisatorisch weiter mithalten zu können, braucht das Krankenhaus eine Zentrale Notaufnahme.

S-Süd - Auf Besucher wirkt das Marienhospital im Stuttgarter Süden zunächst wie ein riesiges Labyrinth. Seit seiner Eröffnung vor 130 Jahren wurden immer wieder neue Gebäudetrakte angebaut und miteinander verschachtelt. Als die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal 1890 das Krankenhausgebäude im Neorenaissancestil eröffneten, gab es 90 Betten. Schon kurz darauf standen erste bauliche Erweiterungen an. 1894 wurde das Josephshaus errichtet, 1897 kam das Gebäude Sankt Vinzenz hinzu, 1902 folgte das Sankt Paul. Die Bettenzahl stieg auf 761. Jährlich wurden um die 500 Patienten stationär behandelt. Und so ging es immer fort.

Zigtausend Patienten

Denn auch in den folgenden Jahrzehnte stockte man baulich immer wieder auf. Heute werden im Marienhospital jährlich rund 32 500 Patienten stationär behandelt, 55 000 in der Notfallpraxis und 82 000 Patienten erfahren anderweitige ambulante Behandlungen. Das Haus ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsversorgung der Landeshauptstadt und zugleich größter Arbeitgeber im Stadtbezirk.

Nun ist das Krankenhaus abermals am Limit. Ein Neubau soll her. „Dabei plant das Marienhospital Stuttgart keine neuen Disziplinen, sondern muss aufgrund der gesetzlichen Anforderungen und des technischen Fortschritts neu strukturieren, um aktuelle Standards zu gewährleisten“, heißt es auf Anfrage. Kern der aktuellen Planungen sei ein „Neubau einer Zentralen Notaufnahme am heutigen Standort“.

Keine Bebauung vorgesehen

Dafür aber musste das Krankenhaus bei der Stadt einen Antrag auf Bebauungsplanänderung stellen. Denn: „Weitere Genehmigungen von erforderlichen Neubauten sind nach aktueller Einschätzung des Baurechtsamtes nicht mehr möglich, da die vorgesehenen Baumaßnahmen am Standort gegen die Festsetzungen des geltenden Bebauungsplans verstoßen“, so die Einschätzung des Referats Städtebau, Wohnen und Umwelt. Die Stadtverwaltung befürwortet eine Änderung des Flächennutzungsplans, die Grundlage ist für eine erneute bauliche Erweiterung. Denn auch die Verwaltung sieht die Nöte der Klinik: „Durch die fehlenden Rotationsflächen am Marienhospital lassen sich betriebliche Entwicklungspläne zur Prozessoptimierung und Reorganisation nur schwer umsetzen“, heißt es im Beschlussantrag der Stadtverwaltung.

Am Dienstag, 22. September, werden der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik sowie der Bezirksbeirat Süd, der um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses tagt, über die Änderung des Bebauungsplans beraten. Eine Woche später fällt die Entscheidung.

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