Die Kliniken Schmieder in Gerlingen bekommen einen Erweiterungsbau auf der gerodeten Fläche südlich des bestehenden Hauses. Foto: factum/Granville

Bauarbeiter sollen bei den Kliniken Schmieder nach den Sommerferien ans Werk gehen. Im Neubau soll einmal Platz für gut 100 Patienten in 70 Zimmern sein.

Gerlingen - „Was passiert denn da?“ Immer wieder stellen Patienten und Besucher der Kliniken Schmieder und der Klinik Schillerhöhe des Robert-Bosch-Krankenhauses diese Frage. Die Antwort: Dort wird in wenigen Wochen mit dem Bau einer Erweiterung des Rehabilitations-Krankenhauses begonnen. Gegenüber der beiden Krankenhäuser auf der Gerlinger Höhe ist Ende Februar eine größere Fläche gerodet worden, danach wurden die umgesägten Bäume und Gebüsche an Ort und Stelle zu Holzschnitzeln verarbeitet. Nun sucht sich die Natur bereits wieder ihren Platz auf der Fläche des früheren Minigolfplatzes.

Wolfgang Vogt, der Geschäftsführer der Kliniken Schmieder in Gerlingen: „Die Baugenehmigung ist im Haus. Nach den Sommerferien soll es losgehen.“ Man warte noch darauf, dass der Entwässerungsplan genehmigt und danach der Bau freigegeben werde. Der Bauantrag des Reha-Krankenhauses, das im Land sechs Einrichtungen betreibt, wurde im Februar vom Technischen Ausschuss des Gerlinger Gemeinderates genehmigt. Im Neubau soll Platz für gut 100 Patienten in 70 Zimmern sein. Dazu kommen Räume für Therapien. Mit der Erweiterung entstehen auch Zimmer für Patienten, die beatmet werden müssen. Bisher gibt es zwei solche Spezialplätze. Das interdisziplinäre Arbeiten im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich ist einer der Grundsätze der Kliniken Schmieder.

Angebot auch für Schlaganfall-Patienten

Sie nehmen Patienten zur Rehabilitation auf, die durch neurologische Erkrankungen geschädigt wurden. Dazu gehören vor allem Schlaganfälle und Gehirnblutungen, aber auch Unfälle mit Einwirkungen auf den Kopf, die das Gehirn schädigten. Zu den Auswirkungen gehören zum Beispiel Lähmungen. In der Region, so die Kliniken Schmieder am Anfang der Planung des Erweiterungsbaus 2014, fehlten 180 Rehaplätze für solche Patienten.

Weil gegen dieursprünglich beantragte Rodung von 10 000 Quadratmeter Walddiverse Behörden widersprachen, wurde der Bau verkleinert und das Baufeld verlegt. Der Erweiterungsbau soll nach den Worten des Geschäftsführers Anfang 2020 fertig sein. Für die Behandlung der gut 100 Patienten sollen 100 neue Arbeitsplätze für Ärzte, Pfleger und Therapeuten im Schichtbetrieb geschaffen werden.

60 neue Parkplätze notwendig

Die Kliniken müssen zudem an den Platz für die Autos der neuen Mitarbeiter und der Besucher der Patienten denken. „Wir brauchen rund 60 Stellplätze“, meint Wolfgang Vogt, „wir wollen nicht, dass es zu einer Mangelsituation kommt wie früher.“ Er denke an ein Parkdeck oder weitere ebenerdige Stellplätze. Den Parkplatz werde wie bisher das Robert-Bosch-Krankenhaus betreiben, mit dem man auch weiter zusammenarbeite.

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