Die Rathausspitze präsentierte im Oktober 2024 die prämierten Entwürfe für die Konversion des Sindelfinger Krankenhausareals. Foto: Stefanie Schlecht

Welche Pläne verfolgt die Stadt Sindelfingen mit dem Krankenhausareal, wenn die Flugfeldklinik eröffnet ist? Jetzt gaben die Verantwortlichen erste Einblicke.

Was soll mit der Fläche und den Gebäuden des Sindelfinger Krankenhauses geschehen, wenn die Klinik auf das Flugfeld umgezogen ist? Erste Pläne hat die Stadt Sindelfingen im ersten „Wohndialog“ im Rahmen des IBA’27-Projekts „Konversion Sindelfinger Krankenhausareal“ am Donnerstag vorgestellt.

 

Dazu hatten die Verantwortlichen auch Akteure des regionalen und überregionalen Wohnungsmarktes – von den heimischen Wohnstätten bis zu Konzernen wie Strenger und Strabag sowie Banken – gebeten. Zweieinhalb Stunden lang wurde im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek über die Realisierung diskutiert, ähnliche Projekte vorgestellt und Vermarktungsmöglichkeiten ausgelotet. „Ein Quartier dieser Größe entwickelt keine Stadt alleine“, wissen Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU) und Stadtentwicklungs-Amtschef Michael Paak.

Wohnbau und Gewerbe sind vorgesehen

Rund vier bis viereinhalb Hektar Fläche stehen auf dem Gelände des Sindelfinger Krankenhauses zur Verfügung, mit Grün- und Freiflächen umfasst das geplante Quartier gut acht Hektar. „Wir verkaufen baureife Grundstücke“, sagt Michael Paak. So lägen die Schaffung von Planungsrecht und die Erschließung in den Händen der Stadt Sindelfingen.

80 Prozent der bestehenden Bausubstanz – das Bettenhaus und die beiden Komplexe der Schwesternwohnheime – sollen erhalten bleiben, abgerissen werden dagegen die Nebengebäude und das bisherige Parkhaus. „Wir greifen nicht in den Wald ein“, unterstreicht Paak. Neben der Wohnbebauung, von der 20 Prozent der Sozialbindung unterliegen sollen, ist im Quartier rund 30 Prozent Gewerbe vorgesehen, bei rund 1500 neuen Sindelfinger Einwohnern sicherlich ein Kindergarten, auch ein Hochschulstandort bleibt Thema.

Die Planungen für das Krankenhaus-Areal gehen weiter

Mit den Rückmeldungen vom Donnerstag kann die Verwaltung in die weiteren Planungen für das Sindelfinger Krankenhausareal gehen. „Das war nur der erste Aufschlag in großer Runde“, sagt Projektleiter Jens Lindenau. Bereits im kommenden Jahr sind weitere Veranstaltungen auch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern geplant.

Wenn das Klinikum wie geplant bis 2029 ausgezogen ist, sollen ab 2030 erste Baumaßnahmen beginnen und bis dahin eine Zwischennutzung für die leer stehenden Gebäude etabliert sein. „Denn man braucht mindestens zehn Jahre, bis alles fertig ist“, so Michael Paak. „Das ist unser größtes Potenzial“, unterstreicht der Verantwortliche beim Amt für Stadtentwicklung die Bedeutung der geplanten Umnutzung des Krankenhausareals zu einem lebendigen Stadtquartier und damit nicht zuletzt der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum.