Minister Wissing will E-Fuels nicht für Pkw nutzen und setzt voll auf Elektroautos. Doch dadurch fallen zu viele Umweltprobleme unter den Tisch, meint StN-Autor Klaus Köster.
Stuttgart - Die Logik erscheint bestechend: Elektrofahrzeuge haben keinen Auspuff und stoßen somit keinerlei Schadstoffe aus – weder CO2 noch Stickoxide. Sie sind obendrein leise, und weil ihr Motor auch als leistungsstarke Bremse eingesetzt werden kann, wird beim Bremsen Energie erzeugt und zugleich der Feinstaub-Ausstoß reduziert. Was also gibt es besseres als das E-Auto?
Keine Technologie hat nur Vorteile
Gäbe es da eine Technologie, die ausschließlich Vorteile besitzt, könnte der Umstieg gar nicht schnell genug erfolgen. Doch das E-Auto kann nur funktionieren, wenn es Teil eines viel größeren Ökosystems ist, in dem der Strom weitestgehend klimaneutral erzeugt wird. Davon aber kann noch lange keine Rede sein. Vielmehr kann ein sehr schnelles Anwachsen der E-Flotte den Strommix sogar verschlechtern, wenn die Produktion von Wind- und Solarstrom nicht mithält.
Es muss das Ziel der Politik sein, die zig Millionen bestehenden Autos durch eine massive Forcierung synthetischer Kraftstoffe so klimafreundlich wie möglich zu machen. Weil diese Kraftstoffe auf lange Zeit knapp sein werden, muss man sich damit behelfen, sie den fossilen Kraftstoffen beizumischen. Das vergrößert den Markt für diese Kraftstoffe massiv und ist die beste Voraussetzung dafür, dass Investoren diese Technologie mit voller Kraft voranbringen. Die Herausforderungen sind so groß, dass es keinen Sinn mehr macht, E-Mobilität und neue Kraftstoffe gegeneinander auszuspielen.