Im Ortskern von Plieningen befinden sich viele Wohngebäude, die schon älter sind. Die meisten werden mit fossilen Energien beheizt. Das soll sich ändern. Foto: Judith Sägesser

In zwölf Jahren soll Stuttgart keine klimaschädlichen Emissionen mehr ausstoßen. Um dieses Ziel zu erreichen, wählt die Stadt Quartiere als Vorreiter aus. Wie nun Plieningen.

Plieningen soll zum Vorbild für ganz Stuttgart werden. Die Stadt will bis zum Jahr 2035 keine klimaschädlichen Emissionen mehr ausstoßen. Die Energiewende gilt dafür als geeignetes Mittel. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien spielen auch Einsparung und Effizienz eine Rolle. Der Stadtbezirk Plieningen wurde ausgewählt, um einen Weg zu diesem ambitionierten Ziel aufzuzeigen. Nun hat die Stadt Stuttgart gemeinsam mit dem Projektpartner Drees & Sommer den Plieningern bei einer virtuellen Zusammenkunft erklärt, worum es bei dem Quartiersprojekt geht und wie es abläuft.

 

Es geht um den Bereich rund um den Plieninger Ortskern. Mitarbeiter von Drees & Sommer verschaffen sich derzeit einen Überblick über die Gebäude, welchen Energieverbrauch sie haben und wie ihre Bewohner heizen, erklärte Anika Zwiener. Was man weiß: Der Anteil an Wohngebäuden ist in diesem Gebiet hoch, sie sind mehrheitlich älteren Baujahrs und hängen vor allem von fossilen Energien ab, wie Jan-Patrik Bruhn vom städtischen Amt für Umweltschutz erklärte. 2019 heizten die meisten hier mit Erdgas (52 Prozent) oder Öl (42 Prozent).

Steckbriefe für bestimmte Gebäudetypen in Plieningen

Was die Planer ebenfalls schon wissen: Ein Anschluss an ein Nahwärmenetz wird für die meisten der Häuser keine Option sein, so Zwiener. Das Ziel sei, Steckbriefe für verschiedene Gebäudetypen zu entwickeln, die den Besitzern Möglichkeiten aufzeigen, wie sie ihre Energie auf erneuerbare Quellen umstellen können.

Plieningen ist nicht der einzige Bezirk, in dem die Stadt Erkenntnisse sammelt, wie der beschlossene Pfad zur Klimaneutralität bis in zwölf Jahren erreicht werden kann. In der etwa anderthalbjährigen Konzeptionsphase befinden sich beispielsweise auch Teile von Obertürkheim, Möhringen oder Feuerbach. Ideen umgesetzt werden derweil bereits in Weilimdorf und Degerloch-Hoffeld. Für die Umsetzungsphase rechnet die Stadt mit etwa drei Jahren.

Eingebunden ins Plieninger Projekt ist die Initiative 70599_Lebenswert, ebenfalls ein Vorbild für die Gesamtstadt. Bürgerinnen und Bürger wollen aufzeigen, wie sich in den Bezirken Birkach und Plieningen die 17 Nachhaltigkeitsziele, die sich die Vereinten Nationen bis 2030 gesteckt haben, auf lokaler Ebene umsetzen lassen.