Das Federseeried im Kreis Biberach ist mit einer Fläche von 3300 Hektar das größte Moorgebiet im Südwesten. Unsere Bilderstrecke zeigt weitere Moorlandschaften, die das Bundesland zu bieten hat. Foto: dpa/

2018 hat Baden-Württemberg eine Rekordsumme in landeseigene Flächen und Immobilien investiert. Dieses Jahr sollen verstärkt Moorgebiete gekauft werden. Sie haben erstaunliche Effekte für den Klimaschutz.

Stuttgart - Rund 78 Hektar naturschutzwichtige Grundstücke hat das Land 2018 erworben. Auch im laufenden Jahr will das Finanzministerium weitere Flächen kaufen, dabei hat es vor allem Moorgebiete im Blick. Moore binden laut Ministerium sechs Mal mehr Kohlenstoff wie entsprechend große Waldflächen. Werden sie zerstört und entwässert, werden gleichzeitig große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Dies müsse in Zeiten des Klimawandels zwingend verhindert werden, sagt Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.

„Der Erhalt der Moore ist ein aktiver Beitrag zum Arten- und zum Klimaschutz, denn sie bieten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und binden Kohlenstoff“, so die Grünen-Politikerin. „Deshalb wollen wir in den kommenden Jahren verstärkt Moorflächen erwerben und für den Naturschutz sichern.“

Lesen Sie hier: Klimaschutz in Baden-Württemberg – Klimanotstand in vier Städten ausgerufen

Die größten Moore im Südwesten

Der Kauf von naturschutzwichtigen Flächen ist Teil der Naturschutzstrategie des Landes. Baden-Württemberg ist derzeit Eigentümer von fast 14 000 Grundstücken mit einer Gesamtfläche von etwa 11 500 Hektar. Die Mittel wurden in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. 2016 standen dafür etwa 500 000 Euro zur Verfügung, für 2018 und 2019 wurden jeweils 2 Millionen Euro bereitgestellt.

Die größten Moore im Südwesten sind das Federseeried im Kreis Biberach mit einer Fläche von 3300 Hektar und das Pfrunger-Burgweiler-Ried in den Kreisen Biberach und Sigmaringen mit 2600 Hektar. Seit den 1970er-Jahren hat das Land in dem Gebiet nach und nach naturschutzwichtige Flächen gekauft, inzwischen sind rund 317 Hektar in Landeseigentum. Damit wurde der Schutz der Moore gesichert, schwerwiegende Beeinträchtigungen wie der Torfabbau wurden eingestellt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: