Protest auf der anderen Seite des Atlantiks: Greta Thunberg bei einer Demonstration für mehr Klimaschutz in New York Foto: dpa/Eduardo Munoz Alvarez

Die Schülerin Greta Thunberg legt mit anderen Jugendlichen eine Menschenrechtsbeschwerde bei den Vereinten Nationen ein. Der Vorwurf unterlassener Klimaschutzmaßnahmen trifft auch Deutschland.

New York/Stuttgart - Die Schwedin Greta Thunberg und 15 weitere Jugendliche haben am Montag eine Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingereicht. Darin werfen sie Deutschland, Argentinien, Brasilien, Frankreich und der Türkei vor, seit Jahren von den Risiken des Klimawandels zu wissen und dennoch zu wenig dagegen zu tun. Die fünf Länder sind allesamt Regionalmächte und Mitglieder der G20-Staatengruppe. Deshalb hätten sie eine besondere Verpflichtung, beim Klimaschutz voranzugehen.

Überschwemmungen, Dürren, Krankheiten

Die Beschwerde geht an den Ausschuss für die Rechte des Kindes bei den Vereinten Nationen. In ihrer Begründung erzählen die Jugendlichen, die zwischen acht und 17 Jahre alt sind, von den Auswirkungen, die der Klimawandel auf ihr eigenes Leben hatte – einschließlich Tod und Verlust von Nachbarn durch Lauffeuer oder Überschwemmungen, Bedrohungen traditioneller Lebensweisen wie Rentierhaltung oder Fischerei, erhebliche Gesundheitsrisiken wie Dengue-Fieber, Malaria und Asthma, Härten durch Dürre, Luftqualität und vergiftetes Meeresleben sowie psychische Angst oder Depressionen in Bezug auf Gegenwart und Zukunft.

Experten für Kinderrecht prüfen die Petition

Eingereicht wurde die Beschwerde durch die Anwaltskanzlei Hausfeld LLP und die Umweltorganisation Earthjustice. Ein Gremium aus 18 Kinderrechtsexperten wird die Petition prüfen, gegebenenfalls Stellungnahmen der betroffenen Ländern einholen und dann Empfehlungen aussprechen.

Die Vereinigten Staaten werden in der Beschwerde nicht angesprochen. Der Grund ist einfach: Washington hat die zugrunde liegende UN-Kinderrechtskonvention nicht unterschrieben.

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