Der 43-jährige Rettungssanitäter (links mit dunklen Haaren und Warnweste) hat sich am Samstag auf der Konrad-Adenauer-Straße festgeklebt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Die Letzte Generation stand am Wochenende der Versorgung eines medizinischen Notfalls im Weg. Jetzt kommt raus: Einer der festgeklebten Aktivisten ist ein Johanniter-Mitarbeiter. Dem 43-Jährigen drohen berufliche Konsequenzen.

Am vergangenen Samstag haben sich Klimaaktivisten an neun Knotenpunkten in der Landeshauptstadt auf Fahrbahnen gelegt und so den Verkehr in Stuttgart zeitweise in vielen Bereichen zum Erliegen gebracht. Ein Rettungswagen musste eine Einsatzfahrt zu einem medizinischen Notfall abbrechen, weil das Fahrzeug aufgrund der Blockaden fast 50 Minuten im Stau stand. Die Letzte Generation teilte in einer Pressemitteilung mit, dass sich auch Menschen aus dem Gesundheitswesen an der Aktion beteiligt haben – unter anderem ein Rettungssanitäter der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Hitze ist die größte akute Gesundheitsgefahr für den Menschen, die sich aus dem Klimakollaps ergibt“, wird der 43-jährige Familienvater von der Gruppierung zitiert. „Doch unsere Bundesregierung kann oder will nicht handeln und das macht mir besonders Angst. Wenn sie jetzt schon planlos ist, wie soll sie uns erst schützen, wenn auch wir unter Hunger und Durst leiden werden? Das kann ich nicht einfach hinnehmen, deshalb sitze ich heute auf der Straße.“

 

Die Johanniter waren vorab nicht informiert

Dass ein Mitarbeiter sich an der Blockade beteiligt, ist auch den Johanniter-Verantwortlichen nicht entgangen. „Der Fall wird derzeit intern aufgearbeitet. Es wird geprüft, ob ein Bezug zum Arbeitsverhältnis besteht und ob arbeitsrechtliche Konsequenzen eingeleitet werden“, sagt eine Sprecherin der Johanniter Baden-Württemberg. Im Vorfeld sei der Arbeitgeber nicht über seine Aktivitäten informiert worden. „Zu dem Engagement von Mitarbeitenden in ihrer Freizeit können wir uns nicht äußern. Für jede und jeden gilt: Eine Behinderung von Rettungsfahrzeugen ist durch nichts zu rechtfertigen. Selbstverständlich dürfen Rettungseinsätze niemals behindert werden.“