Alexandria Ocasio-Cortez bei der Veranstaltung im New Yorker Stadtteil Queens. Foto: AFP/Drew Angerer

Bei einer Veranstaltung der US-amerikanischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez meldet sich eine scheinbar verwirrte Aktivistin mit einer absurden Forderung zu Wort. Was steckt dahinter?

New York - Extinction Rebellion versucht gerade mit allen Mitteln, auf das drohende Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und den Klimakollaps aufmerksam zu machen. Die Meinungen über die Methoden und Mittel der Aktivisten gehen auseinander. Manche meinen, die Vehemenz sei angebracht, andere halten schon die Szenarien, auf die die Gruppierung überall auf der Welt aufmerksam machen will, für Schwarzmalerei.

Was sich jetzt aber eine vermeintliche Klimaaktivistin, nach eigener Aussage Sozialdemokratin, auf einer Veranstaltung der Repräsentantenhaus-Abgeordneten, Alexandria Ocasio-Cortez, geleistet hat, konnte nur ein schlechter Scherz sein. Bei dem Auftritt der aufstrebenden Politikerin in der öffentlichen Bücherei des New Yorker Stadtteil Queens ergriff die Aktivistin das Wort: „Wir werden wegen der Klimakrise nicht mehr lange hier sein. Uns bleiben nur noch wenige Monate“, sagte sie. Weder ein Bombardement Russlands noch der „Green Deal“ der Demokraten sei zur Rettung ausreichend. „Wir müssen Babys essen.“ Warum das aus ihrer Sicht sinnvoll ist, führte sie nicht aus.

Die Abgeordnete nimmt es gelassen

Die Rednerin trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Save the Planet. Eat the Children“ (Rettet den Planeten. Esst die Kinder). Sie forderte Ocasio-Cortez dazu auf, den Schriftzug auf ihrem T-Shirt zu ihrem nächsten Wahlkampfslogan zu machen. Ocasio-Cortez musste zwar kurz schlucken, nahm die absurde Forderung aber einigermaßen gelassen auf. „Wir müssen alle verstehen, dass es viele Lösungen gibt, die wir verfolgen können“, sagte die 29-Jährige.

Aber was steckt hinter der abstrusen Forderung? War die Frau verwirrt, vielleicht krank? Oder war es nur ein dummer Scherz, der die Demokratin verunsichern sollte? Noch am gleichen Tag verkündete eine kleine Aktivistengruppe, das Lyndon LaRouche Political Action Committee, bei Twitter: „Wir waren es.“ Die Gruppe glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel und teilt Ansichten Donald Trumps.

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Ocasio-Cortez ist schon länger Zielscheibe der Konservativen

Alexandria Ocasio-Cortez, die mit 3,8 Millionen Twitter-Followern zu den bekannteren Demokraten in den USA gehört und auch in der eigenen Partei nicht unumstritten ist, meldete sich ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst zu Wort. „Es hat sich herausgestellt, dass die schreiende Frau Trump-Unterstützerin war. Das schließt nicht aus, dass sie möglicherweise geistige Probleme hat.“

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Ocasio-Cortez steht in den USA unter anderem für den „Green New Deal“, ein breit angelegtes Programm, mit dem der Klimawandel und wirtschaftliche Ungleichheit bekämpft werden soll. Für die Republikaner ist die Politikerin, die zwar 2016 für Bernie Sanders als Wahlkampfhelferin aktiv war, aber sonst relativ unerfahren auf der politischen Bühne ist, aufgrund ihrer Erfolge und ihres forschen Auftretens schon länger eine Zielscheibe.

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