Catharina Nettelbeck (Mitte) will andere zum Fahrradfahren motivieren. Foto: privat

Viele Kilometer für die Umwelt strampeln: Am Wochenende finden in Stuttgart die 13. Fahrradaktionstagen start – dann fällt auch zum zweiten Mal der Startschuss für das „Stadtradeln“.

Stuttgart - Eine Fahrradwerkstatt und eine Mountainbikestrecke sind auf dem Stuttgarter Abenteuerspielplatz „Mauga Nescht“ zu finden – kein Wunder also, dass sich die Einrichtung auch an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“ beteiligt. „Fahrradfahren ist traditionell ein großes Thema in unserer Einrichtung und bei unseren Kindern“, sagt der Erzieher Andi Bürkle.

Die jährliche Aktion „Stadtradeln“, die in Stuttgart dieses Jahr vom 9. bis zum 29. Juni stattfindet, wurde vom Klimabündnis in Nürnberg vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Städte und Kommunen, die sich für die Aktion angemeldet haben, nehmen an einem Freundschaftswettbewerb teil: Wessen Einwohner fahren mehr Fahrrad? Durch den spielerischen Anreiz sollen die Menschen dazu motiviert werden, häufiger das Fahrrad als Verkehrsmittel zu wählen.

Über 120 Stuttgarter Teams haben sich bisher angemeldet

Seit letztem Jahr ist auch die feinstaubbelastete Landeshauptstadt Stuttgart dabei. Über 120 Teams haben sich bisher angemeldet. Drei Wochen lang tragen sie auf der Webseite der Aktion ein, wie viele Kilometer sie jeden Tag mit dem Fahrrad gefahren sind. Eine Kontrolle der gefahrenen Kilometer gibt jedoch es nicht – das Ganze beruht auf Vertrauen. Man gehe davon aus, dass die Strecken ehrlich eingetragen werden, sagt eine Pressesprecherin.

Im Team von „Mauga Nescht“ sind neben den Angestellten und Ehrenamtlichen der Einrichtung auch „alle Kinder von Maugi“ eingetragen. Mindestens 20 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren hätten bereits Interesse daran gezeigt, möglichst viel zu radeln, sagt Torsten Volker, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei „Mauga Nescht“ und Teamkapitän für die Aktion. „Es sind auch Kinder dabei, die wenig Fahrrad fahren und jetzt dadurch Lust bekommen haben“.

Selbstverständlich sei die Teilnahme auch für das Team der offenen Werkstatt „Hobbyhimmel“ gewesen, sagt der Kapitän des Teams, Matthias Geertsema: „Wir beschäftigen uns sehr gerne mit nachhaltigen Themen. Die Aktion passt zu uns, weil wir uns selbst gerne alternativ mit dem Fahhrad bewegen“. Die Teilnahme als Einrichtung, in der unter anderem Lastfahrräder gebaut und E-Bikes repariert werden, solle ein Zeichen setzten: „Dass man zu uns mit dem Fahhrad kommt, und dass es Fahrradfahrer gibt, die in der Stadt gerne fahren“. Dabei hat der Ingenieur durchaus auch Kritik anzubringen: „Stuttgart ist mit Abstand die unfreundlichste Stadt für Fahrradfahrer“, sagt der 29-Jähriger. Ein großes Problem seien seiner Meinung nach Orte, an denen der Fahrradweg einfach aufhört.

Catharina Nettelbeck leitet das „Stadtradeln“-Team von Daimler. Eine offizielle Vertretung des Unternehmen ist es nicht, die Mitarbeiter sind bei der Aktion privat unterwegs. Angemeldet für die Aktion hat sich die 26-Jährige, um andere zum Fahrradfahren zu motivieren. Zwei andere Praktikantinnen hat sie bereits überzeugt, insgesamt fünf Personen sind im Team. Auch für die sportliche Nettlebeck selbst, die im Triathlon radelt und im kommenden August am Radrennen in Stuttgart teilnimmt, sei die Aktion ein Ansporn, noch mehr Rad zu fahren. „Es gibt noch Raum zur Verbesserung“, sagt sie – zum Beispiel, die Einkäufe mit dem Fahrrad zu erledigen.

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