Wegen Felssicherungsarbeiten ist der Reußenstein (Kreis Esslingen) gesperrt. Landratsamt und Verbände ringen derzeit um eine Lösung. Wie geht es mit dem Kletterrevier weiter?
Der bei Kletterern beliebte Reußenstein am Nordrand der Schwäbischen Alb ist aufgrund von Sanierungs- und Felssicherungsarbeiten gesperrt. Klettern ist deswegen untersagt. Verbände befürchten ein dauerhaftes Verbot und damit den Verlust einer zentralen Ausbildungs- und Trainingsstätte. Nach einem gemeinsamen Ortstermin gibt das Esslinger Landratsamt Entwarnung: „Es können nun Maßnahmen für die schrittweise Freigabe von Kletterrouten vorbereitet werden.“
Bei dem Gespräch an der Burgruine bei Neidlingen informierte die Kreisverwaltung in dieser Woche Vertreter von Kletter- und Naturschutzverbänden über den aktuellen Stand der geplanten Mauerwerkssanierung und die erforderliche Umsiedlung eines seltenen Biotops. Dabei, so heißt es seitens der Behörde, „konnte eine konstruktive und tragfähige Basis für weitere Gespräche geschaffen werden“. Erklärtes Ziel sei es, „die Belange des Kletterns und des Naturschutzes in Einklang zu bringen“.
Kletterrouten am Reußenstein werden optimiert
Gemeinsames Bestreben ist es der Mitteilung zufolge, „durch Optimierungsmaßnahmen die Kletterrouten am Süd-Ost-Felsen und am Mittelfels noch naturverträglicher zu gestalten und wieder vollständig freizugeben“. Um die besonders sensiblen Bereiche am Wandausstieg besser zu schützen, habe man sich darauf verständigt, die bestehenden Kletterführer um weitere Hinweise zu ergänzen und im Bereich der Kletterrouten zusätzliche Umlenkhaken am Gestein anzubringen, um die Belastung zu minimieren.
Aufgabe der Beteiligten sei es nun, die besprochenen Maßnahmen weiterzuentwickeln, um die einvernehmliche Freigabe der Felsbereiche vorzubereiten, teilt die Kreisverwaltung mit. Ein weiterer Gesprächstermin wurde für Mitte Juni vereinbart.
Kann am Reußenstein wieder geklettert werden?
Stephan Blank, Amtsleiter für Bauen und Naturschutz im Landratsamt, zeigt sich zuversichtlich: „Der Reußenstein ist ein gutes Beispiel dafür, wie Naturschutz und Sport in einem ausgewogenen Interessenausgleich zusammengeführt werden können.“ Auch die Kletterverbände schauen optimistisch in die Zukunft und hoffen, das wichtige Kletterrevier rund um den Reußenstein schon in diesem Sommer wieder für ihre Aktivitäten nutzen zu können.
„Beim Ortstermin sind wir ein großes Stück in Richtung einer einvernehmlichen Lösung gekommen“, stellt der Sprecher des Arbeitskreises, Christian Sauck, fest.