Passant in der Klett-Passage am Hauptbahnhof - hier soll es noch sicherer werden Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Sicherheit in der Klett-Passage am Hauptbahnhof soll noch besser werden. Dafür hat der Förderverein „Sicheres und Sauberes Stuttgart“ mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG, der Polizei, der Stadt und der Mietervereinigung Stuttgart die ganztägige Aktion „Sicheres Zusammenleben“ gestartet.

Stuttgart - Täglich gehen zwischen 180 000 und 300 000 Menschen als Passagiere des VVS und der Bahn durch die Klett-Passage am Hauptbahnhof. Davon profitieren die dortigen Einzelhändler und Gastronomen. „Die Klett-Passage wird auch nach dem Ende der Bauarbeiten für Stuttgart 21 als Zugang zum neuen Tiefbahnhof erhalten bleiben. Schon jetzt soll sie sauber und sicher sein“, sagt Klaus Thomas, Vorsitzender des Vereins Sicheres und sauberes Stuttgart. Sauber und sicher war die Passage jedoch nicht immer: Im ersten Halbjahr 2014 hatten Räuber in der Klett-Passage und an deren Ausgang zum Schlossgarten insgesamt sechs Mal zugeschlagen und dabei Geld und Smartphones erbeutet, am 14. Juni hatte ein 16-Jähriger dort einen 38-Jährigen mit Schlägen und Tritten lebensgefährlich verletzt, am 21. Juni schlugen zwei 23 und 21 Jahre alte Männer einen 27-Jährigen halb tot.

Ist die Passage ein Kriminalitätsschwerpunkt in Stuttgart? „Nein. Es gibt aber bei den Bürgern eine Diskrepanz zwischen gefühlter und tatsächlicher Sicherheit“, sagte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Mit der Aktion wolle man das Sicherheitsgefühl der Passanten verbessern. Durch das im Sommer ausgesprochene Rauchverbot in der Klett-Passage habe man bereits Randgruppen, die dort mit ihren Hunden herumlungerten und dabei rauchten und tranken, vertrieben. Diese Gruppen, sagte Schairer, hätten beiden Passanten ein Gefühl der Unsicherheit ausgelöst. Schairer: „Durch die Verdrängung dieser Gruppen hat sich die Klett-Passage um 100 Prozent verbessert.“

Michael Stümpflen von der Marketingagentur Pepper and Salt ergänzte als Sprecher der Mietervereinigung Klett-Passage: „Für die Mieter ist das wichtigste, dass die Passanten einkaufen. Sie sind glücklich, dass die Polizei auch nach ihrer Revierreform einen eigenen Posten in der Passage gelassen hat.“ Ist die Passage also doch nicht so sicher, wenn sie doch noch einen eigenen Polizeiposten braucht? „Es gibt hier so gut wie keine Gewalttaten mehr, der letzte Einbruch ist lange her, und die Ladendiebstähle sind hier nicht häufiger als anderswo in der Stadt“, sagt Michael Stümpflen.

Welchen Rat erhält der Bürger bei der Aktion „Sicheres Zusammenleben“, falls ihm in der Passage doch ein Räuber auflauert? „Wir informieren über vorbeugende Maßnahmen gegen Kriminalität. Bei einer Straftat wie einem Überfall hilft nur der Polizeinotruf unter der Rufnummer 110“, sagte Gunter Schmidt, Geschäftsführer des Fördervereins Sicheres und sauberes Stuttgart.

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