Tod eines Haustiers: Zumindest in Leonberg können keine Körper von Kleintieren mehr abgegeben werden. Foto: Achim Zweygarth

Die Kleintiersammelstelle auf dem Leonberger Bauhof schließt zum Jahresende. Wohin nun mit den toten Haustieren? Ist ein Grab im eigenen Garten erlaubt? Wo gibt es einen Tierfriedhof?

Fast 16 Millionen Katzen lebten im Jahr 2024 in deutschen Haushalten. Doch nicht nur das weiß die Online-Plattform Statista: Katzen lebten somit in 25 Prozent der deutschen Haushalte. 38 Prozent davon boten zwei oder mehr Samtpfoten ein Zuhause. Hunde gab es in deutschen Haushalten 2024 etwa 10,5 Millionen.

 

Allerdings ist es, wie es ist: Im Normalfall überleben Menschen ihre Haustiere. Und ist der geliebte Gefährte einmal gestorben, stellt sich häufig die Frage: Was geschieht mit ihm? Das Tier – egal ob Katze, Hund, Hamster oder Meerschweinchen – im eigenen Garten zu beerdigen, ist nur unter ganz bestimmten Umständen erlaubt. Und überlässt man das Prozedere nicht dem Tierarzt, kommt in vielen Fällen die sogenannte Kleintiersammelstelle ins Spiel.

Tote Haustiere können nur noch in Sindelfingen abgegeben werden

Und genau die schließt auf dem Leonberger Baubetriebshof zum Jahresende. Betrieben wird sie bis dahin noch vom Landkreis Böblingen. Allerdings sei, wie das Landratsamt auf eine Anfrage unserer Zeitung antwortet, allein der Betrieb der Sammelstelle sehr teuer. „Das Gebäude muss gekühlt werden“, schreibt Benjamin Lutsch von der Pressestelle der Kreisbehörde, „außerdem müssten die Tore und der Zugang saniert werden.“

Deshalb wird die Sammelstelle nun geschlossen. Das bedeutet, dass künftig im Landkreis Böblingen lediglich noch auf dem Gelände der Mülldeponie Dachsklinge in Sindelfingen eine solche Stelle zur Verfügung steht.

Dort können weiterhin verstorbene Haus- und Heimtiere, also etwa Hunde und Katzen, aber auch Ziervögel, abgegeben werden. Die Tierkörper werden regelmäßig abgeholt und schließlich beim Zweckverband Tierische Nebenprodukte (ZTN) verbrannt. Landwirtschaftliche Nutztiere, Abfälle aus der Jagd und im Straßenverkehr getötete Tiere sind hingegen kein Fall für die Sammelstelle.

Wie viele Tierkörper in Leonberg im Durchschnitt pro Monat abgegeben wurden, darüber gibt es aktuell keine belastbaren Zahlen. „Wegen Krankheit“, begründet Benjamin Lutsch. Außerdem erfolge die Abrechnung nach Gewicht.

Kleintiersammelstelle: Sie sind meist schmucklos, wie hier in Ludwigsburg-Eglosheim. Foto: Archiv

Wer sein verstorbenes Heimtier dann aber doch Zuhause begraben möchte, sollte einige Dinge beachten. So listet zum Beispiel der Bundesverband Deutscher Bestatter auf:

  • Es muss sich um ein Grundstück handeln, das im eigenen Besitz ist – andernfalls ist die ausdrückliche Zustimmung des Eigentümers notwendig.
  • Das Grundstück darf nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet liegen.
  • In den meisten Gemeinden muss der Mindestabstand zwischen dem Grab und der Grundstücksgrenze ein bis zwei Meter betragen.
  • Für das Grab gilt eine Mindesttiefe von 50 Zentimetern, es muss nach der Beisetzung mit Erde geschlossen werden.
  • Bevor es begraben wird, sollte das Haustier in kompostierbares Material eingehüllt werden.
  • Einzig im Bundesland Bremen sind keine Tierbestattungen im Garten erlaubt. Grund ist der hohe Grundwasserstand dort.

Einen Haustierfriedhof gibt es zum Beispiel in Kornwestheim

Eine weitere Möglichkeit ist mancherorts eine Bestattung auf einem Haustierfriedhof. Nur gibt es laut Information von Benjamin Lutsch einen solchen im Landkreis Böblingen nicht. „Tierfriedhöfe und -Krematorien sind private Unternehmen“, fügt er hinzu.

Anders im Landkreis Ludwigsburg, wo zum Beispiel die Stadt Kornwestheim bereits seit 2003 einen Tierfriedhof betreibt. Der befindet sich auf einem separaten Areal des eigentlichen Neuen Friedhofs. Dort wurden bereits mehrere hundert Haustiere beerdigt, in Erd- oder Urnengräbern. Sie ruhen fünf Jahre, es besteht aber auch die Möglichkeit zur Verlängerung. Als der Kornwestheimer Tierfriedhof eröffnet wurde, war er einer der ersten Tierfriedhöfe überhaupt in Deutschland. Die Bestattung eines Haustieres kostet dort je nach Tiergröße zwischen etwa 73 und 94 Euro.

Eine Kreis-Abgabestelle für tote Haustiere gibt es im Landkreis Ludwigsburg nicht

Eine zentrale Kleintiersammelstelle wie im Landkreis Böblingen existiert im Kreis Ludwigsburg nicht. Die Städte Ditzingen, Marbach, Ludwigsburg und Vaihingen/Enz haben allerdings als Service für Ihre Bürger Kleintierkadaversammelstellen für Heimtiere eingerichtet.

Kleintiersammelstellen: Überblick und Adressen

Landkreis Böblingen
Sammelstelle Sindelfingen-Dachsklinge, Leonberger Straße 204, Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, samstags 9 bis 14 Uhr.

Landkreis Ludwigsburg
Städtischer Betriebshof Ditzingen, Leonberger Straße 70; Kläranlage Ludwigsburg-Eglosheim, Frankfurter Straße 151; Gruppenklärwerk Haldenmühle Marbach, In der Au 3; Sammelkläranlage Vaihingen/Enz, Enzgasse 45.