Als Voralbkomödiant ist der Eschenbacher Thomas Schwarz mittlerweile eine Institution. Foto: privat

Nach Feierabend tourt Thomas Schwarz als Voralbkomödiant durch die Lande. Das Publikum liegt dem Mann aus Eschenbach zu Füßen. Seine mittlerweile zwei Comedyprogramme hat der Steuerfachangestellte selbst geschrieben. Pate stand ihm dafür der alltägliche Wahnsinn, vor allem der zwischen Männern und Frauen.

Eschenbach - Den Steuerfachangestellten nimmt man ihm sofort ab, so blass und schmächtig wie er ist. Doch Thomas Schwarz hat eine zweite Existenz. Nach Feierabend erwacht sie zum Leben, und sie offenbart sich in jeder Sekunde in seinen Augen. Aus ihnen blitzt knitzer Humor, und durch sie betrachtet der 31-Jährige aufmerksam, was in seiner Umgebung so geschieht. „Den Leuten aufs Maul schauen“, nennt er das. Seine Wahrnehmung muss sehr fein sein, liefert sie ihm doch haufenweise den Stoff, aus dem Comedy-Programme sind. Diese haben ihn in seinem Heimatort Eschenbach zu einer Lokalberühmtheit gemacht. Als Voralbkomödiant tourt Schwarz inzwischen durch die ganze Umgebung, sogar in Stuttgart, Schwäbisch Gmünd oder Laichingen auf der Alb ist er mittlerweile gefragt.

Zu herzhaften Speisen gibt’s Deftiges

Ein Abend im Zwergenstüble in Heiningen, der Vereinsgaststätte der örtlichen Gartenfreunde. Das Gebäude duckt sich am Ortsrand zwischen Gärten und Wiesen. Der kleine Gastraum ist brechend voll. Zu herzhaften Speisen serviert Thomas Schwarz Deftiges. Das Publikum, vor allem ältere Semester, hängt an seinen Lippen. Schon kurz vor den Pointen vergessen viele den nächsten Bissen auf ihrer Gabel und glucksen haltlos in Erwartung des Witzes. Kurz bevor der Groschen falle, sei der beste Moment, sagt Schwarz. Dann brandet Lachen auf, eruptiv, erlösend. Zielsicher hat der Komödiant die, wenngleich ziemlich vorhersehbare, Pointe platziert.

Um das Verhältnis von Mann und Frau kreist alles in diesem ersten Teil seines zweiten Soloprogramms mit dem Titel „Schwarz vor Augen“. Die Holde, die im Lauf der Ehejahre zum Besen mutiert, der Gatte, der der Umklammerung seines Ehegespons mit allerlei List zu entrinnen sucht – kein Klischee, das nicht bedient würde. Das Publikum liebt es. Zweieinhalb Stunden, zwei Pausen ausgenommen, geht das so. Die Leute kriegen nicht genug von Schwarz, der zunehmend zu Höchstform aufläuft. Er erzählt Witze, parodiert Prominente, spielt Keyboard, ist mal Schwarz, dann wieder jemand anders. Bei Bedarf schlüpft er in Kostüme oder begleitet sich selbst am Keyboard. Er hat Klavier spielen gelernt, Singen kann er auch.

Von traditionelle Mann-Frau-Sketche begeistert

Thomas Schwarz, der von sich behauptet, er sei immer lustig, verteidigt das traditionelle Rollenbild, das seinen Mann-Frau-Sketchen zugrunde liegt. Seine Freunde hätten ihm bestätigt, dass sie sich in diesen skurrilen Geschichten wiedererkennen würden. „Damit es zündet, müssen es Szenen sein, mit denen sich die Leute identifizieren“, erläutert er. Im Übrigen verlasse er sich nicht nur auf seine Beobachtung, er habe auch wissenschaftliche Literatur über das Verhalten der Geschlechter studiert.

Der zweite Teil von „Schwarz vor Augen“ streift auch einen Teil des Lebens, den jeder kennt: das Einkaufen. In Warteschlangen hat Schwarz Feldstudien betrieben. Der 31-Jährige liebt die Parodie. Von Elvis und Roberto Blanco über Helene Fischer bis hin zu Heino reicht sein Repertoire. Da zieht er alle Register.

Zur Comedy kam Schwarz eher zufällig. Allerdings hatte er schon früh eine Vorliebe für das Witze erzählen. Er baute dieses Talent aus, und als er irgendwann gefragt wurde, ob er nicht einen Abend in einem Lokal bestreiten wolle, sagte er zu. Zuvor aber erarbeitete er sein erstes Soloprogramm: „Buntes mit Schwarz“. Ein Jahr lang hat er daran gefeilt, bis er dann tatsächlich aufgetreten ist. Mittlerweile hat er damit schon 35 Mal auf der Bühne gestanden, 3000 Zuschauer haben es gesehen.

Zu Kopf gestiegen ist ihm das nicht. Eine Künstlerexistenz führe er nicht. Er sei ein eher bürgerlicher Typ. Nach wie vor lebt er im Haus seiner Familie in Eschenbach und geht 35 Stunden in der Woche ins Büro. Penibel müsse man in seinem Job sein, erzählt er. Dieses Penible kann er auch als Komödiant nicht verleugnen. Er listet jeden Auftritt minutiös auf.

Die Comedy ist nicht das einzige Talent des Thomas Schwarz. Jeden Sonntag spielt er in der Kirche die Orgel, er ist im Eschenbacher Mundarttheater zu sehen, für das er auch Stücke schreibt. Auch als Gemeinderat engagiert er sich. Legt er auch mal die Füße hoch? Thomas Schwarz winkt augenzwinkernd ab und sagt: „Man hat nur ein Leben, man muss die Zeit nutzen.“

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