Die Stadt Stuttgart hat nun errechnet, wie die Versorgungslage 2022 in den einzelnen Stadtbezirken war. Foto: picture alliance/dpa/Oliver Berg

In Stuttgart fehlen rechnerisch knapp 1400 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Wir zeigen, in welchem Stadtbezirk Eltern besonders gute Chancen haben, einen Kitaplatz zu finden.

Die Stadt hat für jeden Bezirk errechnet, wie viele Kinder unter drei Jahren einen Kitaplatz bräuchten – und für wie viele bereits einer da ist. Dazu hat sie die Wartelisten ausgewertet. So wurde die Anzahl der Plätze errechnet, die noch fehlen. Hier stellen wir das Ergebnis aus dem aktuellen Jahresbericht zur „Entwicklung der Kindertagesbetreuung in Stuttgart 2022“ dar:

 

Spitzenreiter nach absoluten Platzzahlen ist der Bezirk West, in dem 213 Plätze derzeit fehlen und damit 13 Prozent der erforderlichen. Denn die Stadt hat ermittelt, dass 60 Prozent der Kinder in West einen Platz bräuchten, es steht aber nur für 47 Prozent einer zur Verfügung. Aber auch in Ost (154, entspricht 11 Prozent der erforderlichen Plätze), Süd (171, 13 Prozent), Vaihingen (119, 10 Prozent), Möhringen (112, 11 Prozent) und Degerloch (22,5 Prozent) fehlen jeweils mehr als hundert Kita-Plätze.

Wer ist am besten versorgt?

Die beste Versorgung zeigen Plieningen und Birkach. Hier gibt es rechnerisch sogar mehr Plätze als Bedarf. Hier bräuchten jeweils 39 Prozent und 43 Prozent der Kinder einen Platz, es gibt aber welche für 39,6 bzw. 45 Prozent der Kinder unter drei Jahren.

In den übrigen Stadtbezirken ist die Situation so:

Feuerbach (92 Plätze fehlen, 10 Prozent des eigentlichen Bedarfs)

Weilimdorf (23 Plätze, 2 Prozent)

Mühlhausen (38 Plätze, 5 Prozent)

Stammheim (50 Plätze, 15 Prozent)

Zuffenhausen (39, 4 Prozent)

Bad Cannstatt (71, 3 Prozent)

Münster (28, 14 Prozent)

Hedelfingen (20, 7 Prozent)

Obertürkheim (31, 12,5 Prozent)

Untertürkheim (54, 12 Prozent)

Wangen (32, 12 Prozent)

Sillenbuch (70, 11,5 Prozent)

Botnang (19, 6 Prozent)

Mitte (55, 9 Prozent)

Nord (30, 3 Prozent)

Es zeigt sich also, dass von allen Bezirken Degerloch und Stammheim am schlechtesten derzeit versorgt sind, wenn man vom eigentlichen Bedarf ausgeht.

1000 weitere Plätze geplant

Insgesamt gibt es derzeit in Stuttgart 8943 Plätze für 0- bis 3-Jährige. Das entspricht einem Versorgungsgrad von 51,2 Prozent aller Kinder in diesem Alter. Deren Anzahl lag Ende 2021 bei 17480 Kindern. Allerdings können 1318 dieser Plätze gar nicht belegt werden, weil beispielsweise das Personal fehlt. Das heißt, diese sind zwar in die Tabelle oben mit hineingerechnet, stehen in der Realität aber gar nicht zur Verfügung.

Die Stadt möchte für das Gesamtgebiet auf einen durchschnittlichen Versorgungsgrad von 59 Prozent kommen. Deshalb hat sie bereits die Schaffung von knapp 1000 weiteren Plätzen beschlossen und Gelder zur Verfügung gestellt. Laut Bericht geht sie aber davon aus, dass es weitere sechs Jahre dauern wird, bis diese Plätze Wirklichkeit sind. In diesem Zeitraum wird laut Prognosen die Zahl der Kinder in diesem Alter weiter steigen, sodass der Versorgungsgrad perspektivisch eher sinken als steigen wird.