Das Rathaus im Original (links) und die moderne Dorfhausplanung Foto: Stoppel/ARP

Das Bürgerbegehren für eine historische anmutende Fassade am Dorfhaus Kleinheppach war erfolgreich. Jetzt ist der Gemeinderat am Zug.

Korb - Es ist – von außen betrachtet – vielleicht nur eine Kleinigkeit. Aber nicht, wenn es um die Emotionen vieler Korber und Kleinheppacher geht. „Wir haben bei unseren Gesprächen oft die Resonanz bekommen, dass Altes erhalten werden soll“, sagte Thilo Utz bei einem Pressegespräch im Rathaus. Er ist Sprecher der Initiative, die sich dafür einsetzt, dass das Dorfhaus Kleinheppach eine Fassade erhält, die an das Aussehen des jetzigen Rathauses erinnert (wir berichteten).

Insgesamt 1371 Bürger haben mit ihrer Unterschrift dafür gestimmt, dass das Dorfhaus eine Fassade mit historischer Anmutung bekommt. „Das Bürgeramt hat die Unterschriften geprüft und 1307 sind gültig“, sagte Bürgermeister Jochen Müller. Etwa 590 Unterschriften wären für ein erfolgreiches Bürgerbegehren nötig gewesen – so viele hat die Initiative allein in Kleinheppach gesammelt. „Obwohl urlaubsbedingt viele weg waren. Wir finden, dass das eine gute Quote ist“, sagte Thilo Utz.

Gemeinderat entscheidet in einer Sondersitzung

Ob es nun tatsächlich zu einem Bürgerentscheid kommt, das hängt vom Gemeinderat ab. Der wird sich in einer Sondersitzung am 28. September von 20 Uhr an im Gemeindehaus Kleinheppach mit dem Thema beschäftigen.

Sollte er bei seiner im Mai getroffenen Entscheidung für die moderne Variante der Fassade bleiben, wird kaum ein Weg an dem Bürgerentscheid vorbeiführen: „Rechtlich ist alles korrekt, da haben wir darauf geachtet“, sagte Bürgermeister Müller. Die Verwaltung würde dem Gremium dann einen Wahltermin im kommenden Januar vorschlagen: „Es braucht mindestens zwei Monate Zeit, den Bürgerentscheid im Detail auszuarbeiten. Und wir denken, dass es sehr schwer wird, im Advent genügend Wahlhelfer zu finden“, sagte Müller, der mit Kosten von bis zu 20 000 Euro rechnet.

Erfolgreich wäre der Bürgerentscheid dann, wenn die Mehrheit der Wähler für eine Fassade mit historischer Anmutung stimmten. Allerdings nur dann, wenn insgesamt mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen sind, damit das sogenannte Quorum erfüllt ist.

Alle halten das Dorfhaus für ein gutes Projekt

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, dass der Gemeinderat seine Entscheidung revidiert. „Wir waren von Anfang an konsensorientiert und gesprächsbereit. Wenn wir unser Ziel auch so erreichen, würden wir auf den Bürgerentscheid verzichten“, sagte Thilo Utz. Letztlich, so der Bürgermeister, seien sich alle Beteiligten über 98 Prozent des Vorhabens einig. „Wir finden, dass das Dorfhaus ein gutes Projekt ist.“

Im Dorfhaus sollen neben dem Steinzeitmuseum und einer Arztpraxis auch die Bücherei, die Verwaltungsstelle, Wohnungen sowie eine Tiefgarage Platz finden. Es ersetzt das jetzige Rathaus, das marode ist. Bauherr des etwa fünf Millionen Euro teuren Projekts ist die Kreisbau. Die öffentliche Nutzung sowie die Arztpraxis werden durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum mit etwa 500 000 Euro bezuschusst. Diese Förderung ist durch das Bürgerbegehren nicht gefährdet: „Denn wir haben mit der Initiative abgesprochen, dass wir an allen Planungen dranbleiben können“, sagte Müller. Alle arbeiteten darauf hin, dass in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden könne.

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