Passanten auf den kaputten Glasscheiben – das war einmal auf dem Kleinen Schlosssplatz. Jetzt ist hier Sperrzone – und bis Ende Oktober soll es hier einen festen Belag geben Foto: Leif Piechowski

Die Vorbereitungen für den Abbau der ständig kaputten Scheiben laufen. Die Kosten werden sich wahrscheinlich erneut erhöhen, der Umbau wird zwei Millionen Euro kosten.

Das Lichtband auf dem Kleinen Schlossplatz soll bis Ende Oktober beseitigt werden. Die Vorbereitungen dafür laufen. Die Kosten werden voraussichtlich leicht steigen: auf   rund zwei Millionen Euro.

Stuttgart - Fünf Firmen haben sich darum beworben, das Lichtband mit den chronisch kaputten Glasscheiben auf dem Kleinen Schlossplatz zu beseitigen, durch die bisher Tageslicht in Räume des Kunstmuseums Stuttgart fällt. In den nächsten Wochen will Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) den Stadträten einen Vorschlag für die Vergabe machen. Nach Informationen unserer Zeitung dürften die Kosten um rund 150 000 Euro auf etwa zwei Millionen Euro steigen. Zuletzt hatte man über eine Kostenprognose von 1,85 Millionen Euro gesprochen.

Dass etwas geschehen muss, ist seit November auch dem letzten Passanten klar: Seither ist das Glasband abgezäunt. Damit die Passanten keine weiten Umwege machen müssen, können sie auf zwei Metallstegen über das Lichtband hinweggehen. Nun ist auf dem Platz, der nach dem Bau des Kunstmuseums sehr aufgewertet worden war, aber eine optische Barriere. Und eine Art von Mahnmal: Die Absperrung macht noch deutlicher, dass die Stadt Stuttgart hier seit rund acht Jahren mit den Folgen einer missglückten Baumaßnahme kämpft und die Sache nur schwer in den Griff kriegt.

Die Absperrung sei nicht deshalb notwendig geworden, weil man das Wegbrechen von Glaselementen und das Abstürzen von Passanten hätte befürchten müssen, sagt Hellmuth Aydt vom städtischen Hochbauamt. Ein Statiker, der das Glasband regelmäßig begutachten musste, habe zwar auch Schäden unterhalb der obersten Glasschicht festgestellt. Der Grund für die Absperrung seien allerdings „Abplatzungen an der Oberfläche“. Sprich: Wenn jemand auf dem Glasband stürzen würde, könnte er sich an den beschädigten Glasscheiben verletzen. Und mit Stürzen müsste immer gerechnet werden. Denn bei Regennässe verwandeln sich die Glasscheiben in eine Rutschfläche.

Noch in diesem Jahr soll das Problem nun endgültig beseitigt werden. Von Anfang Mai bis Ende Oktober will die Stadtverwaltung die Glasscheiben abschnittsweise beseitigen lassen. Dort, wo bisher noch Licht vom hoch gelegenen Kleinen Schlossplatz in ebenerdige Räume des Museums fällt, werden Betonfertigteile eingefügt. Darüber kommt ein zusätzlicher Belag. Dabei wird es sich nicht um Muschelkalkplatten wie in der Umgebung handeln, sondern um einen Belag ähnlich wie Terrazzo, sagt Hellmuth Aydt. Die Fläche soll sich vom Umfeld abheben und weiterhin markieren, wo einst Verkehrstrassen verliefen – in einem Tunnel unter dem Vorläufer des Kleinen Schlossplatzes.

Darauf legt das Architekturbüro Hascher und Jehle Wert, das den Museumswürfel und die Erweiterung im alten Tunnel geplant hat. Das Berliner Büro, das lang an der Idee des Lichtbandes festhielt und auf sein Urheberrecht pochte, betreut die Änderung gegen ein Honorar von mehr als 180 000 Euro. Das ärgert wiederum manche Stadträte, die dem Büro grollen: Es hätte wissen müssen, meinen sie, dass die Gläser ständig beschädigt würden. Beispielsweise durch Skater.

Die Verantwortlichen des Museums, die dem Lichtband keine Träne nachweinen, richten sich unterdessen auf die Folgen des Umbaus ein. Sie planen eine Teilschließung von Mai bis Oktober und rechnen unter anderem aus diesem Grund mit einem Besucherrückgang im Jahr 2014.

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