Der Staatsschutz der Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Foto: dpa/Carsten Rehder (Symbolfoto)

Mit roter Farbe verunstaltet entdeckt ein Anwohner drei Stolpersteine und eine Gedenktafel, die an Naziopfer erinnern. Die Polizei schaltet ihre Staatsschutzabteilung ein.

Stuttgart - Drei Stolpersteine und die Gedenktafel des von den Nazis verfolgten Schriftstellers Jean Améry sind am Dienstag an der Hermannstraße verschandelt worden. Jemand habe rote Lackfarbe auf die kleinen Mahnmale im Gehweg und die Tafel gesprüht, meldet die Polizei. Auch zwei Hauswände sind verschmiert.

Die Schmierereien an der Hauswand sind unleserlich

Die Schmierereien hatte ein Passant bereits am Dienstag entdeckt. Er informierte aber erst am Mittwoch die Hausverwaltung, die gegen 20 Uhr dann auch die Polizei einschaltete. Die Ermittlungen übernimmt die Staatsschutzabteilung der Polizei, da hinter den Schmierereien gegen Opfer und Verfolgte des Naziregimes eine politisch motivierte Tat stecken kann. Die Schmierereien an den Hauswänden würden jedoch noch keine Rückschlüsse auf die Gesinnung der Täter zulassen. Es handele sich um unleserliches Geschmiere. Die Gedenktafel, die an der Wand des Klett-Hauses hängt, erinnert an Jean Améry, dessen Werke bei Klett erschienen sind. Die Stolpersteine im Gehweg erinnern an Frieda und Benedikt Kaufmann und Albert Levi, die von den Nationalsozialisten ermordet worden waren. Den Sachschaden gibt die Polizei mit mehreren Hundert Euro an.

Zeugen, die jemanden an der Hermannstraße mit Spraydosen gesehen haben, werden gebeten, sich unter 07 11/89 90 57 78 bei der Kripo zu melden.

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