Auf dem Wasen gilt: Dirndl, Hemd und Lederhose machen das Volksfest zur Gute-Laune-Party. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Seit zehn Tagen feiern Besucherinnen und Besucher auf dem 176. Cannstatter Volksfest. Dirndl und Trachten sind fast schon ein Muss – und sie machen das Fest noch schöner.

Zehn Tage dauert die Wasen-Saison 2023 nun. Zwei Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichneten die Veranstalter zur Halbzeit des 176. Volksfests auf dem Cannstatter Wasen. Kein Wunder: Traumhaftes Herbstwetter und ein verlängertes Wochenende hatten viele Feierlustige auf das Gelände gelockt und zahlreiche Besucher hatten Zeit und Muse in Ruhe über das diesjährige Fest zu schlendern.

 

Alles in allem eine gelungene Kombination. Aber fehlt da nicht noch etwas? Aber sicher! Das richtige Outfit macht das traditionelle Fest noch authentischer. Dirndl und Trachten haben bereits vor Jahren die verstaubte Schublade verlassen, wirken frisch und cool wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ihr Beliebtheitsgrad steigt, ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

So sind auch 2023 Dirndl und Lederhosen auf dem Wasen fast schon ein unausgesprochenes Muss. Auffällig ist, dass es nicht nur die ältere Generation ist, die sich in Trachten wirft. Es sind gerade auch die Jüngeren.

Warum auch nicht? Wann sonst hat man Gelegenheit dazu? Blickt man sich auf dem Volksfest um, sieht man alle Altersstufen in Dirndl und Lederhosen. Das spricht für sich. Doch lässt sich in Tracht tatsächlich besser feiern als in Jeans und T-Shirt? Wir haben uns auf dem Fest umgesehen und umgehört, was die Besucher sagen.

Nicht nur ein Dirndl im Schrank

Eine fröhliche Gruppe junger Menschen kommt uns entgegen. Die jungen Frauen tragen liebevoll gestaltete Dirndl, die Herren Lederhosen und passende Hemden. Was begeistert sie so sehr an der traditionellen Kleidung? Anna-Lena Stoll ist der festen Überzeugung: „Es feiert sich viel besser in einem Dirndl.“ Die 26-Jährige hat bereits vier Stück besessen und meint: „Es sieht superschön aus und gehört zum Volksfest.“ Und ihre 24-jährige Schwester Christin findet, dass „es eine Tradition ist, die man bewahren muss“.

Michelle Freiding hat sich für das Volksfest ein neues Outfit besorgt. In den diesjährigen Trendfarben Blau und Oliv. Die 22-Jährige lacht: „Man würde sich verkleidet fühlen, wenn man normal gekleidet wäre.“

In der Tat: Trachten und Dirndl überwiegen. Auf dem Wasen fällt eher die Alltagskleidung auf. Doch was macht Dirndl so besonders? Lisa Ackermann aus der Gruppe muss nicht lange überlegen: „Das Dirndl ist ein Kleid, in dem man sich wohlfühlt und es sieht schön aus.“

Elegant statt verkleidet

Ein Stück weiter schlendert Familie Glass über den Wasen. Alle drei tragen schöne, liebevoll kombinierte Trachten. Sie stimmen der Überlegung zu, dass man sich ohne Tracht auf dem Wasen verkleidet fühlt. Und wie sollte für sie die ideale Tracht aussehen? Bastian Glass, der einige Zeit lang in München, direkt in der Nähe des Oktoberfests gewohnt hatte, meint, dass eine Tracht natürlich auch moderne Elemente haben dürfe. Aber für ihn persönlich ist es wichtig, dass sie nicht wie ein Faschingskostüm aussieht. Seine Frau stimmt zu und weist zusätzlich darauf hin, dass gerade Dirndl sehr elegant aussehen würden.

Rund eine Woche haben Besucherinnen und Besucher noch Zeit, um ihre Trachten auszuführen und auf dem Volksfest zu feiern. Bis zum 8. Oktober wird hoffentlich auch das Wetter mitspielen, damit Dirndl, Hemden und Lederhosen weiterhin bestens zur Geltung kommen.