Seit elf Jahren spielt Micha Faude Fagott – auch im Bundesjugendorchester. Beim Herbstkonzert der Sinfonia in Marbach zeigt der 16-Jährige, warum Mozart für ihn Herzenssache ist.
Wer am kommenden Sonntag das Herbstkonzert des Marbacher Liebhaberorchesters Sinfonia besucht, wird einen herausragenden jungen Könner am Fagott erleben. Micha Faude aus Stuttgart-Weilimdorf ist ein Nachwuchskünstler, der das Solo in Mozarts Konzert für Fagott und Orchester in B-Dur spielen wird. Der 16-Jährige musiziert sowohl im Landes- als auch im Bundesjugendorchester und hat bereits renommierte Preise gewonnen. So wurde er beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2024 als bester Fagott-Solist ausgezeichnet – bereits 2021 holte er diesen Titel im Landeswettbewerb.
Micha Faude ist Mitglied mehrerer Orchester: bei der Jugendphilharmonie in Ludwigsburg, im Landesjugendorchester und seit 2024 auch im Bundesjugendorchester. Schon früh hat er sich für das Fagott entschieden. „Als ich damals in der Musikschule all die Instrumente sah, fand ich die alle cool“, erzählt er. Aber „am coolsten“ war für ihn das Fagott. Seit elf Jahren spielt er nun das stattliche Blasinstrument.
Darum wird das Marbacher Konzert besonders
Was ihm daran gefällt? „Es hat einen weichen, warmen Klang“, sagt Faude, der die erste Kursstufe des Gymnasiums in Ditzingen besucht. „Man kann damit ein Staccato ganz präzise spielen“, meint der junge Künstler. Schließlich verfüge das Instrument über einen „großen Tonumfang“.
Micha Faude übt jeden Tag zu Hause. Richtig gelernt hat er das Fagottspiel an der Musikschule in Ludwigsburg. Seit dem Wintersemester ist er zudem als Jungstudent an der Musikhochschule in Köln eingeschrieben. Wie bringt Micha Faude sein musikalisches Engagement mit den Anforderungen der Schule zusammen?
„Man muss das Wichtige vom Unwichtigen trennen“, sagt der Fagottist. Und die Musik, die sei ihm nun mal wichtig. So bereitet er sich immer gründlich auf seine Auftritte vor. Er freut sich auf das Konzert von Wolfgang Amadeus Mozart, das er am Sonntag in der Marbacher Stadthalle spielen wird. „Dieses Konzert ist sehr bekannt“, meint Faude. Es sei eine beschwingte, fröhliche Komposition. Die könne man „musikalisch gut gestalten – da gibt es lyrische Teile, und es gibt auch technisch interessante Teile“.
Micha Faude ist auch ein sportlicher Typ. Er spielt gern Fußball und Volleyball mit seinen Freunden, fährt mit dem Rad zur Schule nach Ditzingen. Und er fotografiert mit Begeisterung – vor allem Vögel.
Anspruchsvolle Aufgabe in Marbach
Das Fagottkonzert von Mozart ist Teil des Herbstkonzerts der Sinfonia, das am Sonntag um 18 Uhr in der Marbacher Stadthalle beginnt. Unter der bewährten Leitung von Michael Kallenberger wird das Marbacher Liebhaberorchester zwei weitere hochkarätige Stücke spielen. Von Felix Mendelssohn Bartholdy werden die „Hebriden“ – auch „Die Fingalshöhle“ genannt – zu hören sein. Die Komposition spiegelt die Gefühle wie auch die Bewunderung des Komponisten angesichts der wilden Landschaft der Inselgruppe nordwestlich von Schottland wider.
Das Orchester der Sinfonia wird außerdem die Symphonie Nr. 101 von Joseph Haydn aufführen. Sie ist eine der bekanntesten und populärsten Tondichtungen des Komponisten und entstand im Rahmen seiner zweiten England-Reise. Diese Symphonie wurde 1794 in London uraufgeführt und erhielt schon damals begeisterte Kritiken.
Das Konzert der Sinfonia mit dem Ausnahmetalent Micha Faude am Fagott beginnt am 16. November um 18 Uhr in der Marbacher Stadthalle. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.