Jean Rondeau gastiert in der Liederhalle und im Neuen Schloss. Foto: Bressy

Das Publikum kann sich im neuen Jahr gleich zweimal von Jean Rondeau begeistern lassen: am 10. Januar mit Concerto Köln und am 3. Februar im Weißen Saal des Neuen Schlosses mit den Scarlatti-Sonaten.

Gerade einmal fünf Jahre alt ist Jean Rondeau gewesen, als er sich in den Klang des Cembalos verliebt hat. „Ich habe es im Radio gehört und wusste nicht, wer gespielt hat, wer das Stück geschrieben hatte oder wie das Instrument aussieht. Ich bin einfach nur dem Klang begegnet.“ Da sie über das Drücken der Tasten sofort einen Ton erzeugen können und es auch gut spielen können, wenn sie körperlich noch nicht ganz ausgewachsen sind. Und den liebt Jean Rondeau bis heute.

Er ist dem Klang von Laute und Harfe recht nahe. Was aber viel entscheidender ist: „Er lässt einen nicht unbeteiligt und ist sehr charakteristisch.“ Für ihn ist das Cembalo ein Instrument, das in vieler Hinsicht dem Kindsein sehr nahe ist: „Der Klang ist so zart, sensibel und subtil.“ Auch das Instrument selbst findet er für Kinder wunderbar, da.

Alles andere als ein Kinderspiel

Alles andere als ein Kinderspiel ist freilich, was der Künstler heute in den Konzertsälen präsentiert. In Stuttgart kann sich das Publikum gleich zweimal davon überzeugen: am 10. Januar mit Concerto Köln und am 3. Februar im Weißen Saal des Neuen Schlosses mit den Scarlatti-Sonaten, die er gerade für eine CD aufgenommen hat.

„Scarlatti ist wirklich einzigartig“, schwärmt er. „Die Art und Weise, wie er geschrieben hat, das gibt es in der Musikgeschichte weder davor noch danach.“ Er liebt Scarlattis Reichtum an musikalischen Ideen, seine Harmonien – und auch die Freiheit, mit der er diese bei aller Wahrung der Form innerhalb des gesetzten Rahmens entwickelt. „Er gestattet es sich, weit zu reisen“, sagt Rondeau. „Und er verlangt danach, seine Musik zu erforschen. Es ist sehr aufwühlend, seine Musik zu spielen.“

Mehrere Komponisten

Beim Januar-Konzert stehen mehrere Komponisten auf dem Programm, neben Scarlatti auch Johann Sebastian Bach, Johann Christian Bach und Francesco Geminiani und Charles Avison. Jean Rondeau liebt beides: Kammermusik mit anderen zu machen und solistisch zu spielen. „Die beiden Herangehensweisen ergänzen sich wunderbar“, sagt er. Wenn er Kammermusik mache, lerne er sehr viel. Da gehe es auch viel darum, aufeinander zu hören. Wenn er allein spiele, liege der Schwerpunkt auf anderen Dingen. Zum Beispiel darauf, wie einzelne Passagen am besten zu spielen sind.

Als Sechsjähriger hat Jean Rondeau mit dem Cembalo-Spielen begonnen. Mit zehn kam das Klavier dazu, er studierte auch Komposition und Orgel. Wenngleich er meistens mit seiner ersten Liebe auf der Bühne anzutreffen ist, haben auch das Klavier und die Orgel ihren Platz in seinem Musikerleben. Bewerten möchte er da nichts: „Es gibt kein Instrument, das ausdrucksvoller wäre als das andere“, davon ist er überzeugt. „Es ist der Interpret, sein Ausdrucksvermögen, das entscheidend dafür ist, ob ein Werk sein Publikum tatsächlich zu berühren vermag oder nicht.“

Jean Rondeau: 10. Januar (mit Concerto Köln), 20 Uhr, Liederhalle; 3. Februar, 18 Uhr, Weißer Saal im neuen Schloss; Tickets für beide Konzerte 07 11 / 550 660  77

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: