Die Öl-Heizung in der Kläranlage ist über 40 Jahre alt. Foto: Volker Held

Bei drei Gegenstimmen befürwortete der Gemeinderat am Dienstag, dass eine Machbarkeitsstudie für 20 000 Euro zur Abwasserwärmenutzung der Kläranlage erstellt wird.

Steinenbronn - „Wir müssen uns für die Zukunft aufstellen und uns Gedanken darüber machen, wie wir die Nutzung fossiler Energieträger durch alternative Energiequellen ersetzen können“, sagte Bürgermeister Ronny Habakuk in der letzten Sitzung des Steinenbronner Gemeinderates. Anlass für die Überlegungen in der Gemeindeverwaltung ist die über 40 Jahre alte Öl-Heizung in der Kläranlage, bei der nach Angaben des Klärwärters Stephan Gelzer mehrfach jährlich Störungen auftreten. „Wir sollten nicht einfach warten, bis das den Ding vollends den Geist aufgibt“, so Habakuk.

 

Der Diplom-Verfahrenstechnik-Ingenieur Rainer Röseler, stellvertretender Geschäftsführer der Stuttgarter iat-Ingenieurberatung GmbH, hatte zuvor erläutert, dass der stetige Abwasserstrom der Kläranlage, etwa zehn Liter pro Sekunde, „eine ganz interessante Energiequelle“ darstelle. Ob sich diese Quelle ökologisch sinnvoll, technisch realisierbar und wirtschaftlich darstellbar anzapfen lässt, soll die Machbarkeitsstudie zeigen. Laut Röseler könne durch den Einsatz von einem Wärmetauscher und einer Wärmepumpe aus dem Kläranlagenabwasser Energie gewonnen werden. Mögliche Einsatzbereiche seien die Heizung von Räumen und die Warmwasserbereitung.

Aus dem Abwasser könnte Energie gewonnen werden

In der Studie soll weiter untersucht werden, ob die Nutzung der Abwasserwärme allein in der Kläranlage erfolgen oder auch dem Bauhof und der Sandäckerhalle zu Gute kommen könnte. Auch die Anbindung von Wohngebäuden soll geprüft werden.

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„Für die Freigabe von 20 000 Euro bestehen zu viele Abers“, kritisierte Antje Lindemeyer (SPD), die zu hohe Beraterkosten der Gemeinde konsequent hinterfragen will. Während Gitta Obst (FWV) „die Art der Energiegewinnung für grundsätzlich gut“ hielt und sich Stefan Hauser (OGL) um die Anbindung von Wohnhäusern Gedanken machte, konstatierte Frank Schweizer (CDU): „Das Konzept kann nur scheitern.“ Der Sanierungsstand in keinem der genannten Gebäude erfülle die Voraussetzung für eine Nutzung der Abwasserwärme, sagte Schweizer.

Gleichwohl erhielt die iat-Ingenieurberatung GmbH durch Mehrheitsbeschluss den Zuschlag zur Erstellung der rund 20 000 Euro teuren Machbarkeitsstudie. Das Land trägt im Rahmen eines Förderprogramms davon die Hälfte. Die Ergebnisse sollen in vier Monaten im Gemeinderat beraten werden.