Kitty Daisy & Lewis sind nicht nur hübsch anzuschauen. Foto: Dean Chalkley

Kitty, Daisy & Lewis sind drei Geschwister aus London. Und machen Musik, die auch ihren Eltern gefällt. Praktisch, dass die mit auf Tour dabei sind.

Stuttgart - Dicht ist der Nebel in Stuttgart-Wangen am Montagabend. Keine Musik passt besser zu dieser Herbstnacht als die bittersüßen Lieder von Kitty, Daisy & Lewis. Das adrette Geschwister-Trio aus London hat sich quer durch die Plattensammlung seiner Eltern gehört, ist mitten im Rockabilly, Blues, Ska hängen geblieben und hat auf drei Alben bewiesen, dass man diese Musik auch gut in die Gegenwart überführen kann, ohne als Nostalgiker zu gelten.

Das LKA ist nicht zu voll, angenehm besucht, dass Platz bleibt, locker vor die Bühne zu spazieren, um Kitty, Daisy & Lewis aus der Nähe zu betrachten. Denn ja: Das ist Musik, die auch durch die Optik gewinnt. Kitty und Daisy sind zwei tolle Mädchen, tragen glänzende Catsuits, haben dunkle, lange Haare, Kitty eine famose Zahnlücke. Lewis, der smarte Bursche, weiß, wie das funktioniert mit dem Schmalz in der Stimme, dem Gel im Haar.

Dem Publikum gefällt das. Und man überlegt, ob das wirklich Papa und Mama der drei Geschwister sind, die da auf der Bühne Kontrabass (Mutter) und Gitarre (Vater) spielen. Die drei Hauptprotagonisten wechseln derweil fleißig die Positionen, spielen mal Gitarre, Schlagzeug, Mundharmonika, Banjo und Ukulele. Es kommt ein Trompeter auf die Bühne, der das Ganze für ein paar Songs ganz schön durcheinanderbringt.

Sei’s drum: Die Songs funktionieren dennoch. Auch wenn man Fans bruddeln hört, dass die Musik nicht mehr so wie früher sei. „The Third“ heißt das jüngste Werk schlicht. Es ist schließlich das dritte Album, produziert von Mick Jones, bekannt als Gitarrist von The Clash. Das sind schöne Songs, die es auch an diesem kurzweiligen Abend gibt. Doch insgesamt fehlt das Feuer oder der berühmte Funke, der nicht überspringen mag. Bis zu den Zugaben, die dann wirklich die allerschönsten Momente des Konzerts sind.

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