Der Vergabe der Kindergartenplätze sorgt in Stuttgart für Diskussionen. Foto: Patricia Sigerist

Die Stadt Stuttgart hat sich bei der Organisation der Kitaanmeldungen kräftig verheddert. Das sollte künftig besser gelöst werden, findet Redakteurin Inge Jacobs.

Stuttgart - Es ist grundsätzlich eine gute Idee, wenn die Stadt, in diesem Fall das Jugendamt, das Verfahren zur Vergabe der Kitaplätze einfacher und schneller machen will. Denn das wünschen sich Eltern schon seit Langem. Nun soll das Hin-und-her-Gerenne von Einrichtung zu Einrichtung endlich ein Ende haben. Seit Neuestem dürfen Eltern nur noch maximal drei städtische Wunschkitas auf der Vormerkliste angeben. Es leuchtet ein, dass dies den Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten deutlich verringert.

Das Datenchaos ist jetzt allerdings durch die „Altfälle“ entstanden. Es hat offensichtlich nicht geklappt, via Postsendung knapp 8600 bereits auf der bisherigen städtischen Vormerkliste gemeldete Familien zeitnah zu einer neuen Interessens- oder Nichtinteressensbekundung zu bewegen. Über die Gründe im Detail kann nur spekuliert werden. Dass mehr als 3800 Eltern dabei ein zweites Mal angeschrieben werden mussten und rund 500 Eltern sich erst nach erneuter schriftlicher Aufforderung gemeldet haben und auf keinen Fall von der Warteliste gelöscht werden wollen, legt nahe, dass hier etwas schiefgelaufen sein muss, denn wer wirklich Interesse an einem Kitaplatz hat, lässt sich nicht lange zur Rückmeldung bitten. Es spricht einiges dafür, dass viele Eltern die Briefe tatsächlich nicht erhalten haben.

Neue Herausforderungen

Es ist gut, dass das Jugendamt pragmatisch vorgeht und, falls gewünscht, auch jetzt noch verspätete Rückmeldungen der Eltern berücksichtigt. Denn womöglich lässt sich nicht klären, wer die Panne verursacht hat. Eine Wiederholung gleicher Art dürfte sich erledigt haben. Für neue Anmeldungen hat die Stadt ihr Verfahren inzwischen umgestellt. Diese werden erstmals auf einer zentralen Online-Plattform verwaltet. Allerdings stehen hier allen Beteiligten neue Herausforderungen bevor. Denn die Stadt hat diese Logistik bisher nicht erprobt, sondern startet gleich im Echtbetrieb. Man habe keine Zeit mehr verlieren wollen, heißt es im Jugendamt. Wohl wahr. Nun darf man gespannt sein.

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