Erzieherinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste gingen im Mai in Stuttgart für mehr Lohn und besserer Arbeitsbedingungen auf die Straße. Nun droht die Fortsetzung des Streiks Foto: dpa

Nach der deutlichen Ablehnung des Schlichterspruchs für neue Tarife im Sozial- und Erziehungsdienst (69 Prozent dagegen) plant die Gewerkschaft Verdi weitere Streiks in den Kindertagesstätten.

Stuttgart - Nach der deutlichen Ablehnung des Schlichterspruchs für neue Tarife im Sozial- und Erziehungsdienst (69 Prozent dagegen) plant die Gewerkschaft Verdi weitere Streiks. Stark betroffen sein werden die städtischen Kindertagesstätten, in denen rund 10 000 Kinder betreut werden. „Wir sprechen die Strategie in den Bezirken ab, vor dem Monatswechsel September/Oktober soll es aber keinen Streik geben“, sagt Nancy Hehl, Leiterin der Fachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe im Verdi-Landesbezirk. Danach wolle man den Streik „kreativ und effektiv fortsetzten“. Dabei sei auch an nur tageweise oder punktuelle Arbeitsniederlegungen gedacht.

Die Landeshauptstadt will sich bei Verdi bereits in der kommenden Woche um die Verlängerung der Notdienst-Vereinbarung von Anfang Juni bemühen. Damals war es der Stadt gelungen, die Zahl der Notdienstplätze für anderthalb- bis sechsjährige Kinder auf 567 zu verdoppeln und für Schülerhäuser erstmalig rund 250 Notdienstplätze einzurichten.

Heinrich Korn, stellvertretender Leiter des Jugendamts, hofft auf eine Fortschreibung der Bedingungen. Urlaubs- und Gleittage dürften bei den Eltern inzwischen abgebaut sein, sagt er, ein weiterer Streik bringe erhebliche Probleme, sei aber auch für die Erzieherinnen nicht leicht. Korn konstatiert eine „schwere Beziehungsstörung zwischen Eltern und Erzieherinnen“, wenn die Türen der Kindertagesstätten erneut geschlossen blieben.

Bisher habe Verdi nur bei mehrtägigen Streiks Notdienstvereinbarungen geschlossen, „darunter ist es sehr unwahrscheinlich, dass etwas geregelt wird“, sagt Hehl. Korn warnt die Gewerkschaft: Sollte es zu stundenweisen Arbeitsniederlegungen kommen, werde das ein Fall für die Gerichte. Im Frühjahr habe Verdi die Zusage an die Eltern gegeben, „Streiks rechtzeitig anzukündigen, so dass man noch reagieren kann“.

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