Der neue Weiler Kindergarten „Im Troppel“ ist innen und außen auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Foto: Holger Schmidt

In Weil im Schönbuch ist der neue Kindergarten „Im Troppel“ offiziell eröffnet worden. Die Jungen und Mädchen haben den Neubau auf Anhieb gut angenommen.

„Es ist eure Kita, jetzt müsst ihr dieses Haus mit Leben füllen“, rief Bürgermeister Wolfgang Lahl den Jungs und Mädchen zu. Offiziell eröffnet wurde am Samstag der neue Weil im Schönbucher Kindergarten „Im Troppel“. 6,3 Millionen Euro hat die Gemeinde in den viergruppigen Kindergartenneubau im gleichnamigen Wohngebiet investiert.

 

Markante „Barbapapa-Beule“

Eigentlich sollte der neue Kindergarten „Im Troppel“ bereits im Oktober in Betrieb gehen, doch ein Wasserschaden sorgte für einige Verzögerung. Start der Planungen war Ende 2021. Der alte, 1970 entstandene, zu kleine Flachbau sollte abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Vor allem der Abriss sei für manche ein emotionaler Schritt gewesen, die kostbare Momente im alten Gebäude erlebt hätten, erklärte Kindergartengesamtleiterin Sandra Thelen-Boigs. Doch eröffne jeder Abschied auch neue Wege. So erfolgte 2022 die Baugenehmigung und nach den Plänen des Stuttgarter Büros Härtner Architekten entstand ein Neubau mit knapp 1100 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei Geschossen, dessen Innenleben es nicht nur aufgrund der großen zentralen Treppe samt flächigem Oberlicht in sich hat. Nicht zu übersehendes Zeichen nach außen ist der umlaufende Balkon mit markanter Ausbuchtung, so dass Architekt Theo Härtner von „unserer Barbapapa-Beule“ sprach.

Das pädagogisch wertvolle Gebäude, nicht nur für Sandra Thelen-Boigs ein „Ort, an dem Kinder wachsen, entdecken, spielen und lernen können“, ist auch ökologisch auf dem neuesten Stand. Geheizt wird mit Geothermie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Qualität, aber keine goldenen Wasserhähne“, fasste Wolfgang Lahl die Gesamtausstattung vor zahlreichem Publikum zusammen. Und vergaß mit Blick auf die große Politik nicht zu erwähnen: „Ohne einen Cent Landesförderung.“ Eine Herausforderung war auch die zügige Umsetzung des Ausweichkindergartens in der Jahnstraße, den die Gemeinde auch weiterhin bei Platzknappheit nutzen will.

Helle, lichtdurchflutete Räume

62 Kinder in je zwei Gruppen für Über- und Unter-Dreijährige besuchen derzeit den Weil im Schönbucher Kindergarten „Im Troppel“. Sie alle fühlten sich am Samstag nach nur kurzer Eingewöhnungszeit schon sichtlich wohl in der neuen Umgebung. Mit eigens einstudierten Liedern begrüßten sie die Gäste. Zum Programm gehörten außerdem Auftritte der Harmonika Freunde Weil im Schönbuch und der Provit Kinder der Sportvereinigung. Dazu kamen zwei gut besuchte Kasperletheater-Aufführungen vom heimischen Kindergartengrüpple. Und natürlich die ausführliche Besichtigung der hellen, lichtdurchfluteten Räume samt neu gestalteter Außenanlagen.

Wolfgang Lahls besonderer Dank ging an das „großartige Kita-Team“ um Leiterin Brigitte Gall, den Gemeinderat, das Bauamt und nicht zuletzt an die Nachbarn, die über zwei Jahre lang mit Baulärm, Dreck und anderen Beeinträchtigungen zu tun hatten. „Ich hatte während der Bauzeit keinen einzigen Beschwerdeanruf auf dem Rathaus“, quittierte der Weiler Schultes erleichtert Geduld und Langmut der betroffenen Anwohner.