Kirchheimer Kita- und Schulessen Stadt kündigt Vertrag mit Meyer Menü

Von Kai Holoch 

Das Kita- und Schulessen hat in Kirchheim zuletzt für viel Aufregung gesorgt. Foto: dpa
Das Kita- und Schulessen hat in Kirchheim zuletzt für viel Aufregung gesorgt. Foto: dpa

Bereits nach den Weihnachtsferien sollen Schulen und Kitas von neuen Anbietern versorgt werden. In Dettingen arbeitet die Gemeinde weiter mit dem Anbieter aus Neuenstadt am Kocher zusammen.

Kirchheim - Die Stadt Kirchheim hat schnell auf die Kritik an der Qualität des Mittagsessens in den Kindertagesstätten und Schulen reagiert. Zum 31. Dezember, so erklärt der Kirchheimer Bürgermeister Stefan Wörner, habe die Verwaltung den Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten Meyer Menü gekündigt. Wie berichtet hatte Meyer-Menü im Sommer 2016 den Anbieter Robin Cook übernommen, der bisher das Schulessen nach Kirchheim geliefert hatte. Im Zuge der Neustrukturierung hatte Meyer Menü die Großküche in Stuttgart-Wangen, in der bisher das Kirchheimer Essen gekocht worden war, geschlossen und das Schüleressen im nördlich von Heilbronn gelegenen Neuenstadt am Kocher vorgegart. In einem „speziellen Herstellungsprozess“, so hatte Benjamin Kalisvaart, der Geschäftsführer von Meyer Menü erklärt, sei das Essen beim Transport über mehr als 100 Kilometer nicht nur warmgehalten, sondern fertig gegart worden.

Die Stadt hat einen Schlussstrich gezogen

Dennoch hatte es in Kirchheim in den vergangenen Monaten von verschiedenen Einrichtungen heftige Kritik am Mittagsessen gegeben. Es sei nicht selten zu kalt und matschig gewesen. Die Stadt hat die Beschwerden gesammelt und nun einen Schlussstrich gezogen. Begründet, so Stefan Wörner, habe man die Kündigung auch damit, dass Meyer Menü nicht wie angekündigt als Ersatz für die Küche in Wangen in der Umgebung von Stuttgart eine neue Produktionsstätte geschaffen habe.

Ohne Mittagessen werden, so kündigt Stefan Wörner an, die Kinder in Kirchheim nicht dastehen. Zunächst werde man für eine Übergangszeit bis zum Beginn der Sommerferien mit zumindest einem neuen Anbieter zusammenarbeiten. Der Vertrag, der die Versorgung der Schulküchen regelt, stehe kurz vor dem Abschluss. Einen Namen nennt Wörner aber noch nicht.

Essensversorgung wird zum Schuljahr 2018/19 neu ausgeschrieben

Auch für die Kirchheimer Kindertagesstätten, die einem Mittagstisch anbieten, sei eine zeitnahe Lösung in Sicht. Wie angekündigt soll dann die Essensversorgung für Kitas und Schulen zum Schuljahr 2018/2019 neu ausgeschrieben werden. Im Moment bereite man gerade die dafür notwendigen Unterlagen vor. Mehr als 3000 Essen sind zuletzt pro Woche von Neuenstadt nach Kirchheim gebracht worden. Eine Ausnahme bilden die beiden Kirchheimer Gymnasien: Dort wird in ehrenamtlich unterstützten Schulküchen das Mittagessen direkt vor Ort zubereitet.

Im benachbarten Dettingen beobachtet man die Entwicklung in Kirchheim aufmerksam. Denn auch dort ist seit der Robin-Cook-Übernahme Meyer Menü der Essenslieferant. Zwar gebe es auch in Dettingen immer wieder mal Klagen über das Mittagessen, so erklärt die zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung, Kurzfristige Konsequenzen plane man aber nicht. Allerdings sei man stets auf der Suche nach besseren Lösungen. So überlege die Gemeinde, ob man im Rahmen des Umbaus der Teckschule zur Ganztagsschule eventuell eine Vollküche schaffen solle, um von dort aus auch die Kitas beliefern zu können.

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