Kein Durchkommen mehr: die Garage bleibt noch zehn Wochen lang gesperrt. Foto: Rudel

Freude bei den Fußgängern, Einschränkung für Autofahrer: In der Kirchheimer Innenstadt wird nun auch der Schlossplatz zur Fußgängerzone. Die Tiefgarage Schweinemarkt ist wegen Reparaturarbeiten zehn Wochen lang geschlossen.

Kirchheim - Die Tiefgaragen am Alleenring sind der Stadt Kirchheim lieb und teuer. Nachdem vor sieben Jahren die 220 Parkplätze bietende Garage am Krautmarkt mit Millionenaufwand grundsaniert worden ist, fließt jetzt viel Geld in die Anlage unter dem Schweinemarkt. Eine Million Euro muss die Stadt in die Hand nehmen, um ein Parkdeck und die Schäden an der zentralen Einfahrtsrampe zu reparieren.

In den kommenden zehn Wochen werden sich in der sonst 360 Parkplätze bietende Garage ausschließlich die Betonsanierer tummeln. „Das Parkdeck könnten wir zwar noch unter Betrieb sanieren, doch bei der Einfahrtsrampe, bei der unter anderem die Heizung ausgefallen ist, geht das nicht. Deshalb muss die Tiefgarage während der Arbeiten komplett geschlossen bleiben“, sagt Martin Zimmert, der Fachbereichsleiter für Hoch- und Tiefbau in der Kirchheimer Stadtverwaltung.

Zeitraum der Schließung ist mit dem Handel abgesprochen

Immerhin: Der Schließungszeitraum ist mit dem örtlichen Handel abgestimmt worden. „Wir haben das Zeitfenster in Absprache mit dem City-Ring so gewählt, dass nur die Kirchheimer Musiknacht als publikumsträchtige Veranstaltungen betroffen ist“, sagt Zimmert. Zudem seien entlang des Alleenrings rund zwei Dutzend Abstellmöglichkeiten zusätzlich geschaffen worden, um wenigstens den stärksten Parkdruck abzufangen.

Die Sanierung des Parkdecks, die allein 780 000 Euro verschlingt, steht am Anfang einer umfassenden Erneuerung. „In den kommenden Jahren widmen wir uns den anderen drei Parkdecks“, sagt Frank Wolff der Kaufmännische Betriebsleiter der Kirchheimer Stadtwerke. Dafür werden die Stadtwerke, die die Kirchheimer Parkhaus-Gesellschaft im Auftrag der Stadt betreiben, einer vorläufigen Kostenschätzung zufolge noch einmal rund 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen.

Während die Stadtverwaltung bluten und die Autofahrer darben müssen, können sich die Fußgänger freuen. Sie bekommen mit dem Schlossplatz und dessen angrenzenden Straße mehr exklusiven Raum zu Verfügung gestellt – für den Bruchteil des Geldes das zu Gunsten der Autofahrer in den Untergrund gepumpt wird. Die Schilder, die auf die Ausweitung der innerstädtischen Fußgängerzone hinweisen, stehen schon. Am Donnerstag sollen die Abdeckungen entfernt werden.

Fußgängerzone in der Innenstadt abgerundet

„Wir die Ausweitung als Abrundung der Fußgängerzone im historischen Zentrum“, sagt Marcus Deger, der Leiter der Abteilung Ordnung im Kirchheimer Rathaus. Auch hier hat sich die Stadtverwaltung im Vorfeld um das Einverständnis des örtlichen Einzelhandels bemüht. Bisher schon war der Schlossplatz und die angrenzenden Straßenzüge, die Marstallgasse, Paulinenstraße und die Brandstraße, als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen – ohne dass sich die Autofahrer groß um die dort geltenden Einschränkungen gekümmert hätten. „Jetzt, in der Fußgängerzone, tun wir uns mit der Kontrolle leichter“, sagt Deger.

Der Ordnungsamtschef kündigt an, dass seine Mitarbeiter in den nächsten Wochen ein waches Auge auf den Bereich werfen werden. „Wir kontrollieren häufiger, tragen aber auch dem Umstand Rechnung, dass sich die Autofahrer erst an die neue Regelung gewöhnen müssen“, sagt Deger.

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