Staatliche Förderung des Kirchentags steht in der Kritik Foto: dpa

Das Land schießt 2,5 Millionen zu. Die Stadt weitere 2,5 Millionen sowie Sachleistungen und Gebühren­befreiungen in Höhe von 711 000 Euro. Das stößt der Piratenpartei sauer auf.

Stuttgart - Im Vorfeld des Deutschen Evangelischen Kirchentags regt sich Protest. In der Kritik stehen die Zuschüsse der öffentlichen Hand. Die Stadt Stuttgart und das Land steuern je 2,5 Millionen Euro zu dem 18 Millionen Euro Etat des Christentreffens bei. Fünf Millionen Euro, die letztlich der Steuerzahler aufbringt. „Muss das sein?“, fragt sich der Landesvorsitzende der Piratenpartei, Martin Eitzenberger: „Wir sehe diese Subventionen sehr kritisch.“ Eitzenberger zweifelt an, dass über die so genante Umwegrentabilität 20 Millionen Euro in die Stadt zurückfließen . „Letztlich ist das doch eine versteckte Subvention der Hotellerie und der Gastronomie oder Handel.“

Dem widerspricht Stuttgarts Marketing-Direktorin Andrea Gehrlach auch aus touristischer Sicht: „Die Imageanalyse im Jahr 2010 hat ergeben, dass Besucher, die einmal die Region Stuttgart besucht haben, weitaus mehr zur Attraktivität der Stadt und der Region sagen können und auch eine größere Bereitschaft zeigen, ihren Besuch zu wiederholen.“

Auch Stuttgarts Erster Bürgermeister verteidigt das Engagement der Stadt in Höhe von 2,5 Millionen Euro in bar, Sachleistungen und Gebührenbefreiungen in Höhe von 711 000 Euro. Föll: „Der beantragte Zuschuss ist sowohl der Höhe nach als auch von der Bedeutung der Veranstaltung her angemessen.“ Föll: „Die Stadt erhält durch den Kirchentag auch einen ideellen Mehrwert.“

Diese Dimension des Kirchentags greift Dekan Klaus Käpplinger auf: „Die prägende Einsicht, dass der Reichtum Stuttgarts nicht nur aus seiner Wirtschaftskraft besteht, sondern ganz stark von seiner religiösen Grundierung, seiner sozialen Orientierung und kulturellen Vielfalt bestimmt wird, setzt Zeichen im Sinne der Nachhaltigkeit.“

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