So sah die 1933 erbaute Brenzkirche aus, bevor sie 1939 umgebaut wurde. Foto: Bauheft 1

Für die Brenzkirche haben Bürger einen Förderverein gegründet. Die Martinskirche soll bis 2021 für rund 5,7 Millionen Euro saniert werden.

S-Nord - Stuttgart - Mit dem Förderverein Brenzkirche Stuttgart e. V. gibt es jetzt einen neuen Verein in Stuttgart. Sein Ziel ist die Um- und Neugestaltung der denkmalgeschützten Brenzkirche. Wie groß das Interesse daran ist, zeigte der Zulauf zur Gründungsversammlung vergangene Woche: 51 Bürgerinnen und Bürger waren da. 33 sind dem Verein noch am gleichen Abend beigetreten. „Um als gemeinnütziger Verein eingetragen zu werden, hätten wir nur sieben Mitglieder gebraucht“, freut sich Karl-Eugen Fischer, Pfarrer an der Brenzkirche, über den Start.

Vor der Beitrittserklärung ging es um die Vereinssatzung: Diskutiert wurde die Formulierung, dass das ursprünglich an der Bauhausarchitektur orientierte Kirchengebäude auf Verlangen des NS-Regimes umgebaut worden sei. Der Kirchengemeinderat habe das doch selbst im vorauseilenden Gehorsam veranlasst. Außerdem habe der damals für den Umbau zuständige Architekt Richard Lempp Verwandte im Kirchengemeinderat gehabt, stellte ein Zuhörer fest. Die Formulierung bleibt dennoch in der Satzung, da Stuttgarts damaliger Oberbürgermeister Karl Strölin den Umbau am 2. Juni 1938 verlangt habe. Andreas Keller, wie Fischer Mitorganisator der Vereinsgründung, stellte fest, dass sich der Verein detailliert mit der Geschichte der Brenzkirche auseinandersetzen werde.

Außerdem ging es um die Frage, ob ein Mitgliedsbeitrag erhoben werden soll, und wenn ja, in welcher Höhe. Der Punkt wurde auf die erste Sitzung des Fördervereins voraussichtlich im November verschoben. In der soll es auch darum gehen, ob dem Vorstand noch ein Beirat an die Seite gestellt wird. Und es wurde festgelegt, dass ein Vereinsmitglied bei Abstimmungen nur für jeweils ein abwesendes Mitglied stimmberechtigt ist. Die Regelung soll verhindern, dass sich zu viele Mitglieder per Vollmacht vertreten lassen.

Ein Zuhörer wollte wissen, ob der Zweck des Vereins, der Rückbau der Kirche in den Zustand von 1933, nicht besser herausgearbeitet werden sollte. „Wir müssen die Ziele so formulieren, dass wir Spielräume offen lassen und nichts formulieren, was wir dann nicht halten können“, sagte Keller und wies darauf hin, dass es wichtig sei, den Denkmalschutz auf der Seite des Fördervereins zu haben. Im Vorstand des neu gegründeten Vereins sind Lambert Auer, Karl-Eugen Fischer, Hans Greuter, Sybille Hager, Andreas Keller, Stefan Schäfer und voraussichtlich Alma Grüßhaber. Sie muss allerdings noch vom Kirchengemeinderat bestätigt werden. Wer welchen Posten übernimmt, soll festgelegt werden, wenn sich die Gruppe besser kennt.

Kosten für die Ausstattung der Martinskirche werden gedrittelt

Die Pläne für die Martinskirche sind ein gutes Stück weiter. Dort wurde bereits der letzte Gottesdienst vor dem Start der rund 5,7 Millionen Euro teuren Sanierung gefeiert. An den ursprünglich veranschlagten Kosten wurde im Bereich der Medientechnik gespart. Dort waren 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Im Kirchenkreisausschuss wurde bekannt gegeben, dass sie nur noch bei 100 000 Euro für die Grundausstattung liegen. Daran beteiligen sich Nord-Gemeinde, Jugendkirche und Jesustreff zu je einem Drittel. Was über die 100 000 Euro hinaus geht, trägt der Jesustreff. Für die 4,5 Millionen Euro für Dach und Fach kommt die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart auf. Die Kosten für die Ausstattung werden auf rund 600 000 Euro geschätzt. Der Betrag soll ebenfalls gedrittelt, aber auch noch auf Einsparmöglichkeiten geprüft werden. Die Kirchengemeinde Stuttgart-Nord, die zunächst nur 18 Prozent der Kosten übernehmen sollte, hat sich bereit erklärt, ein Drittel zu übernehmen, sodass sich die drei Partner mit gleichen Anteilen an dem Projekt beteiligen. Demnächst soll die Sanierung starten und 2021 beendet sein.

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