Kirchen-Blog: Der Rosenkranz Perlen der Versenkung

Von Markus Brauer 

Der Rosenkranz ist eines der volkstümlichsten christlichen Gebete. Was er bedeutet und wie man ihn betet, zeigt folgende Einführung in die Spiritualität dieser Gebetsform.

Stuttgart - Wer kennt es nicht, jenes monotone Gemurmel, das vor allem im Marienmonat Mai und im Rosenkranzmonat Oktober in katholischen Kirchen zu hören ist – wenn auch seltener als früher. Wie aus einem fernen Universum dringen die frommen Strophen des Rosenkranzes durch den Sakralraum ans Ohr, mehr gesäuselt als klar artikuliert.

Der Rosenkranz ist das katholische Volksgebet schlechthin. Mit Sicherheit ist es von frommen Frauen und Männern weit öfter gebetet worden, als es Sterne in unserer Galaxie gibt. Jeder Rosenkranz besteht aus insgesamt 59 Perlen: 50 kleine und fünf große Perlen sind an der längeren Kette oder Schnur aufgereiht. An einer dieser großen Perlen hängt eine kleinere Kette oder Schnur mit drei weiteren kleinen Perlen, einer großen Perle sowie einem Kreuz.

„Rosarium“ – „Rosa mystica“

Das Wort Rosenkranz stammt vom Lateinischen „Rosarium“ (Rosengarten). Im christlichen Glauben stehen Rosen symbolisch für Maria, die Mutter Jesu und für ihre Jungfräulichkeit. Maria wird im Gebet, in Gedichten und Liedern auch als „Rosa mystica“ (mystische Rose) angerufen.

Das Wort Rosenkranz tauchte in Deutschland erstmals im späten 14. Jahrhundert auf. Es beruht auf der Vorstellung, dass die Anrufungen, Fürbitten und Gebete wie ein Kranz seien, geflochten aus weißen, roten und goldenen Rosen zur Ehre der Gottesmutter.

Andacht, Zeit und Muße

Um den Rosenkranz angemessen zu beten, braucht man Andacht, Muße und Zeit. Ein Herunterrasseln widerspricht seinem spirituellen Sinn. Als Meditation über das Leben Jesu verbindet er Marienverehrung und Christusfrömmigkeit wie kaum ein anderes christliches Gebet.

Der erzählerische Bogen, eingebettet in die Rosenkranzgeheimnisse, spannt sich über die gesamte Heilsgeschichte: von der Verkündigung des Engels an Maria über die Geburt Jesu, sein verborgenes Leben in Nazareth, die Jahre seines öffentlichen Wirkens als Wanderprediger, seine Passion und seinen Tod am Kreuz in Jerusalem bis zu seiner Auferstehung, Himmelfahrt und der Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten.

Insofern ist der Rosenkranz ein spirituelles Kompendium und geistliches Lehrbuch des christlichen Glaubens, das bis heute Gläubige in seinen Bann zu ziehen vermag.

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