Hans-Martin Härter bekommt Einblick in die Kirchengemeinden. Foto: Stefanie Käfferlein

Hans-Martin Härter ist seit 2006 Referent für Ehrenamt und Kirchengemeinderatsarbeit im Haus Birkach.

Birkach - Hans-Martin Härter ist oft unterwegs. Kein Wunder, als Referent für Kirchengemeinderatsarbeit und Ehrenamt im Evangelischen Bildungszentrum Haus Birkach fallen etwa 1400 Kirchengemeinden in ganz Württemberg in sein Aufgabengebiet.

Hinter dem zunächst sperrig klingenden Titel verbirgt sich eine, wie der ehemalige Möhriger Diakon sagt, hochspannende und sehr befriedigende Tätigkeit. „Wir beraten Kirchengemeinden und Kirchengemeinderäte und geben Hilfestellung bei Fragen rund um das ehrenamtliche Engagement“, sagt Härter. Außerdem veröffentlicht er Arbeitshilfen und Handbücher. Erst jüngst habe er mit einem Dekan Antworten auf die Frage gesucht, wie Kirchengemeinden künftig mit immer weniger Pfarrstellen auskommen und umgehen können beziehungsweise müssen.

In einem anderen Fall habe der Diakon vor wenigen Wochen Rückmeldung von einer Kirchengemeinde erhalten. Dort hatten sich in der Vergangenheit eine Pfarrerin und eine Kirchengemeinderatsvorsitzende nicht besonders gut verstanden. Nach Gesprächen mit Härter haben sich die Frauen wieder angenähert. „Die Zusammenarbeit funktioniert nun wieder gut“, sagt Härter. Berichte wie diese freuen den Gemeindeberater. „Es zeigt, wir können etwas bewegen“, fügt er hinzu.

Um eine verträgliche Lösung zu finden, muss man dort andocken, wo die Kirchengemeinden stehen

Von allein sucht der Diakon allerdings nicht den Kontakt zu den Kirchengemeinden in Württemberg. „Unsere Beratung ist ein Angebot“, sagt Härter. „Die Kirchengemeinderäte oder Pfarrer melden sich bei uns, und wir moderieren die Prozesse“, sagt Härter. Das Ziel: eine verträgliche und zukunftsweisende Lösung zu finden. „Dazu müssen wir dort andocken, wo die Kirchengemeinden stehen“, weiß der Fachmann. Es gebe Fälle, wo an nur einem Abend wirkungsvoll geholfen werden könne. „In anderen Fällen begleiten wir die Menschen mehrere Monate“, erzählt Härter. Nicht selten geht es dabei um Fragen wie diese: Welche Entscheidungen müssen getroffen werden, damit Kirchengemeinden auch weiterhin ihren christlichen Auftrag erfüllen können? Wie geht es mit den Pfarrstellen weiter? Wie können Kooperationen aussehen und wo sind diese sinnvoll?

„Eine Kirchengemeinde muss offen sein für Neues“, weiß Härter aus Erfahrung. Eine Einstellung, die er schon an seiner alten Arbeitsstelle vertrat. In 13 Jahren hat er als Diakon der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Möhringen vieles angestoßen. Darunter die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm), die bis heute eng mit der Kirchengemeinde verbunden ist. Härters Nachfolgerin, Birgit Keyerleber, ist beispielsweise die Geschäftsführerin des eingetragenen Vereins. „Es freut mich außerordentlich, was sich da entwickelt hat“, sagt Härter. Außerdem hat er den Posaunenchor geleitet, das Erwachsenenbildungsprogramm Treff am Turm mitgestaltet, die Seniorenarbeit ausgebaut sowie Gemeinde- und Studienreisen organisiert.

„Wenn ich zuhause bin, koche ich sehr gern“

Der Schritt vor sechs Jahren, die neue Arbeitsstelle in Birkach anzutreten, war trotz der Vorfreude freilich auch von Wehmut begleitet . Ganz getrennt von Möhringen hat sich Härter aber nicht. Noch immer wohnt er dort, direkt neben den Feldern und Wiesen, die den Stadtteil mit Degerloch verbinden. „Es bestand keine Notwendigkeit, umzuziehen“, sagt Härter. Denn eigentlich ist sein Büro nicht weit vom Wohnort entfernt. „Normalerweise bin ich im Haus Birkach“, sagt Härter. Weil das derzeit aber umgebaut wird, arbeitet er in der Innenstadt. Regelmäßig versucht der 56-Jährige, Gottesdienste, Konzerte und andere Veranstaltungen in Möhringen zu besuchen. „Es interessiert mich natürlich sehr, was im Stadtbezirk passiert und ich habe auch nach wie vor meine Kontakte“, sagt Härter. Sich aktiv ins Geschehen einmischen, das tut der ehemalige Leiter des Möhringer Posaunenchors aber nicht mehr. „Dafür wäre eine gewisse Kontinuität erforderlich“, sagt er.

Bleibt bei all der Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? „Wenn ich zuhause bin, koche ich sehr gern“, erzählt Härter, der das Werkeln in der Küche als sehr entspannend empfindet. „Und ich backe bei uns das Brot.“ Und wenn Hans-Martin Härter nicht am Herd steht, dann wandert er gern mit seiner Frau oder schnallt sich die Ski unter die Füße. Auch privat ist er also immer viel unterwegs.

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