Große Freude: Sabine Schiffendecker (links) von Vector überreicht dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Rudolf Schölzel (rechts) einen der Laptops Foto:  

Die katholische Kirche in Böblingen ruft mit ihrem Projekt „Firmen spenden für Schüler“ Unternehmen auf, junge Menschen in Zeiten des Homeschoolings zu unterstützen. Der Konzern Vector Informatik beteiligte sich jetzt mit über 1 000 ausrangierten Notebooks.

Böblingen - In Zeiten von Corona ist das Homeschooling für alle Schüler im Land Alltag geworden. Für die meisten jungen Menschen ist das kein Problem. Die Mehrzahl besitzt ein eigenes Endgerät, mit dem sie digital über den Bildschirm am Unterricht teilnehmen kann. Doch in einigen Schulen lief die schnelle Umstellung zum digitalen Unterricht nicht reibungslos. Die Krise zeigt, dass in zahlreichen Bildungseinrichtungen beim Thema Digitalisierung noch viel Luft nach oben besteht. Denn nicht jede Familie hat genug Endgeräte, damit alle Kinder gleichzeitig am Unterricht teilnehmen können.

Viele Schüler besitzen sogar gar keinen Zugang zu internetfähigen Geräten. Dadurch bleiben sie auf der Strecke und verlieren den Anschluss. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, setzt sich die katholische Kirche in Böblingen unter dem Motto „Homeschooling – Chancengleichheit für alle!“ jetzt für Benachteiligte ein. Laut der Projektleiter Rudolf Schölzel und Oliver Marzat sind davon vor allem bildungsferne Familien, Geringverdiener, Alleinerziehende und Familien mit internationaler Geschichte betroffen.

Trotz Corona möchte die katholische Kirche Kinder unterstützen

Mit dem Projekt „Firmen spenden für Schüler“ möchte die katholische Kirche Unternehmen aufrufen, betroffenen jungen Menschen auch einen Zugang zum digitalen Unterricht zu ermöglichen. „Wir hatten die Idee sozial benachteiligte Schüler beim Thema Homeschooling zu unterstützen. Das Projekt haben wir dann zum Herbst 2020 gestartet“, sagt Rudolf Schölzel. Hierbei können Firmen internetfähige Geräte wie Notebooks spenden und eine Spendenbescheinigung erhalten.

Die gestifteten Geräte sollten funktionstüchtig, datenbereinigt und idealerweise mit einem aktuellen Betriebssystem ausgestattet sein. Mitarbeiter der Caritas verteilen die Spenden anschließend mit Sorgfalt und nach ausreichender Prüfung an die Schüler weiter. Da viele soziale Projekte coronabedingt nicht mehr stattfanden, wollte die Kirche in Böblingen mit diesem Projekt auch während der Krise Menschen helfen. „Wir erhoffen uns eine Chancengleichheit in der Bildung und möchten mit unserem Projekt einen kleinen Beitrag dazu leisten“, schildert Schölzel.

Mit 1000 Laptops engagiert sich als erster Spender die Firma Vector

Die erste Spende kam von dem Stuttgarter Unternehmen Vector. Auch sie wollten Kindern in diesem Bereich eine Hilfe bieten. Um die Ausstattung von Hard- und Software an den Schulen in diesen Zeiten zu verbessern, spendete die Vector Informatik GmbH über 1 000 ausrangierten Notebooks an die Böblinger Kirche. Die Endgeräte, welche laut eigenen Aussagen einem sehr guten Zustand entsprechen, werden an unterschiedliche Schulen im Landkreis Böblingen verteilt. Hierbei hatten die Mitarbeiter von Vector die Möglichkeit Schulen vorzuschlagen, zu denen sie einen persönlichen Bezug besitzen.

Die spendable Firma arbeitet seit 1988 mit unterschiedlichen Herstellern und Zulieferern der Automobilindustrie und weiteren verwandten Branchen zusammen. Der Konzern stellt Software-Werkzeuge und -Komponente für die Entwicklung elektronischer Systeme und deren Vernetzung mit verschiedensten Systemen wie Ethernet her. Täglich arbeiten die Mitarbeiter an neuen elektronischen Weiterentwicklungen für die Automobilindustrie.

Mit ihrer großzügigen Spende hofft das Unternehmen, die Digitalisierung an Schulen voranzutreiben, mit dem Ziel, mehr jungen Menschen einen Zugang zu spannenden technischen Themen zu ermöglichen. Die ehrenamtlichen Leiter des Projekts Rudolf Schölzel und Oliver Marzat haben sich sehr über die Großzügigkeit von Vector gefreut und hoffen auf weitere Spenden von anderen Unternehmen.

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