Wie jedes Jahr waren bei der Feuerbacher Kirbe etliche Stände mit nützlichen und hübschen Dingen aufgebaut. Foto:  

Die ersten drei Tage der traditionellen Feuerbacher Kirbe sind vorbei. Als Hauptausrichter feiert der Musikverein überdies sein 120-jähriges Bestehen.

Feuerbach - Am Wochenende wurde der Reigen der herbstlichen Festle in der Region eröffnet. Ganz vorn mit dabei sind wie immer die Feuerbacher mit ihrer Kirbe. Die wievielte es war, vermag keiner ganz genau zu sagen; manche tippen auf eine nahezu 200-jährige Tradition.

Fest steht, dass irgendwann der Musikverein die Zügel in die Hand genommen hat und dass es in diesem Jahr das 55. vom Verein organisierte Festzelt gab. Als Hauptausrichter feierte der Verein gleichzeitig sein 120-jähriges Bestehen. Dabei gab es eine Tombola, bei der ein Dirndl der Hauptpreis war. Und es gab eine Neuerung: Erstmals wird die Kirbe am heutigen Montag mit einem Konzert ausklingen. Um 15 Uhr spielt das SSB-Blasorchester, und von 18 bis 22 Uhr heizt die Blaskapelle Charivari noch einmal ein.

Der organisatorische Aufwand für den Verein ist enorm: Seit dem vergangenen Dienstag waren die freiwilligen Helfer im Einsatz, erst beim Zeltaufbau und später bei der Bewirtung. Marion Berger, die beim Musikverein den Festzelt-Betrieb organisiert, schätzt, dass rund 2000 Arbeitsstunden zusammenkommen – geleistet von insgesamt 105 Helfern.

Ehrenamtliche engagieren sich für „ihre“ Kirbe

Bis vor einigen Jahren wurde ihnen eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt; das Inkrafttreten des gesetzlichen Mindestlohns setzte dem ein Ende. Schon befürchtete man auch das Ende des gewohnten Festablauf, bis sich zeigte, dass die Ehrenamtlichen sich trotzdem für „ihre“ Kirbe engagieren: Die Helferschichten habe man in diesem Jahr so schnell wie nie füllen können, erzählt Berger erleichtert.

Und so konnte die Kirbe doch in ihrer gewohnten Form steigen. Am Freitag sorgten die Cover-Bands On the Roxx und Wishing Well für Stimmung; am Samstag verlagerte sich der Schwerpunkt auf einen Vergnügungspark sowie einen Floh- und Krämermarkt am und um den Festplatz. Am Sonntag standen ein ökumenischer Gottesdienst mit der Gospelsängerin Stephanie Fitzon – auch das ein Extra zum 120-jährigen Vereinsbestehen – sowie die Auftritte von Stamm- und Jugendorchester des Musikvereins auf dem Programm.

Fahrgeschäfte kommen bei Kindern gut an

„Wir machen gerade das Oma- und Opa-Programm mit den Enkeln“, erzählt ein Paar am Karussell: „Später kommen wir zurück und setzen uns ins Bierzelt.“ Die Fahrgeschäfte sind ein Hauptanziehungspunkt bei den jungen Kirbe-Gästen, auch wenn die guten alten Karussellpferde in den Hintergrund gerückt sind: „Auto!“ ruft die Enkelin begeistert und sucht sich einen Truck aus – weil man dabei so schön auf die Hupe drücken kann.

Am 17. November, 17 Uhr, dem Volkstrauertag, findet übrigens das klassische Konzert des Musikvereins in St. Josef statt, mit einem Programm vom Barbier von Sevilla, über Orpheus in der Unterwelt und Variationen zum Choral Lobet den Herrn. Es gehe auch darum, zu zeigen, dass Blasmusik mehr ist, als Stimmungsmusik, sagt Marion Berger. Und sie hofft, mit dieser Vielschichtigkeit auch neue Mitglieder und vor allem den musikalischen Nachwuchs für die Vereinsarbeit zu interessieren. Weitere Informationen dazu gibt es unter info@mvfeuerbach.de.

Am heutigen Montag, 9. September, geht die diesjährige Kirbe in die letzte Runde, mit dem traditionellen Honoratioren-Stammtisch mit Prominenten-Fassanstich, bei dem der Bundestagsabgeordnete der Linken, Gregor Gysi, ab 11 Uhr seine Schlagkraft beweisen kann – verbal und praktisch. Am Dienstag werden die Ehrenamtlichen gemeinsam den Abbau stemmen, an nur einem Tag: „Wir werden jedes Jahr besser”, sagt Berger – und meint damit auch, dass nach der Kirbe irgendwie immer vor der Kirbe ist.

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