Kinokritik zu „Mein Name ist Somebody“ Ein Lagerfeuer für Bud Spencer

Von André Wesche 

Der Altstar Terence Hill hat in zehnjähriger Arbeit einen Film geschrieben, inszeniert – und natürlich die Hauptrolle inne. Mit „Mein Name ist Somebody“ erinnert Hill auch an seinen toten Freund Bud Spencer. Die Fans der beiden erwartet ein rührend altmodisches Kinoerlebnis.

Stuttgart - In der spanischen Wüste entdeckt Terence Hill die Reste einer Westernkulisse. Mit einem Blick voller Wehmut und Nostalgie durchstreift er bei emotionaler Musik die Gebäude und scharrt nach einem „Saloon“-Schild im Sand. Wenig später sitzt er am Lagerfeuer und schaut in den Himmel. Und es gibt nicht den geringsten Zweifel, an wen er dabei denkt.

Dieser ältere Italiener, der sich nur pro forma Thomas nennen lässt, hat sich auf seine Harley geschwungen und ist einem Abenteuer in der Wüste Spaniens entgegengefahren – womöglich seinem letzten. An einer Tankstelle hat er eine junge Frau vor zwei Belästigern gerettet, und nun begleitet ihn Lucia (Veronica Bitto), obwohl Thomas lieber alleine reisen möchte. Sie könne still und unsichtbar sein, meint Lucia. Kann sie nicht. Aber der alte Zausel wird zum väterlichen Freund seiner Zufallsbekanntschaft avancieren.

Gedenken an den toten Freund

Terence Hill hat sein Roadmovie „Mein Name ist Somebody – Zwei Fäuste kehren zurück“ seinem Freund Bud Spencer gewidmet. Die Geschichte, die Hill in zehnjähriger Arbeit zu Papier gebracht hat, ist auch ein Dankeschön an alle Freunde des Schauspielers und seines unvergessenen Kompagnons Bud Spencer. Natürlich vermag der Film die Zeiten der erfolgreichen Italo-Western des Duos nicht zurückzuholen. Aber wir müssen weder auf eine zünftige Wirtshaus-Keilerei noch auf die zur Waffe umfunktionierte Bratpfanne verzichten.

Allerdings reicht die Gefühlsebene des aktuellen Werkes sehr viel tiefer, bis hin zum Melodrama, das kein Auge trocken lassen wird. Zwangsläufig wirkt der Streifen ein wenig altmodisch. Aber diesen Begriff sollte man hier bitte als Gütesiegel verstehen. Was für ein wundervolles Geschenk eines attraktiv gereiften, nunmehr altersweisen Kultstars an das Heer seiner Verehrer.

Mein Name ist Somebody. Italien 2018. Regie: Terence Hill. Mit Terence Hill, Veronica Bitto, Andy Luotto. 96 Minuten. Ab 6 Jahren.

Termin: Terence Hill kommt zur Vorführung am Montag, 27. August, um 18.30 Uhr ins Stuttgarter Ufa-Kino.

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