In „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ wird Held Hicks erwachsen – und lernt neues über seine fliegenden Freunde. Foto: Universal

Früher wollten Kinder einen Hund oder eine Katze als Spielgefährten. Seit „Drachenzähmen leicht gemacht“ möchten sie lieber ein Flugungeheuer. Der dritte Teil der Serie erzählt aber nicht nur Heiteres von Menschen und Drachen.

Stuttgart - Nichts ist für die Ewigkeit, doch den Menschen fällt es oft schwer, rechtzeitig loszulassen. Der dritte Teil der Wikinger-Fantasy-Animationsreihe „Drachenzähmen leicht gemacht“ steht dafür exemplarisch: Zum einen soll der verkopfte junge Wikinger Hicks endlich glaubhaft die Statur eines Häuptlings entwickeln, auch ohne die Hilfe seines Wunderdrachens Ohnezahn; zum anderen müssen die Regisseure Chris Sanders und Dean DeBlois würdig den Ausgang finden. Beides gelingt – wenn auch mit einigen Klimmzügen in einem durchsichtigen, mitunter auch betulichen Plot.

Farbenfroh und vielgestaltig

Die Geschichte um das Wikingerdorf Berk, das die Angst vor dem Anderen überwunden und die einst gefürchteten Lindwürmer domestiziert hat, lebt von der farbenfrohen Vielgestaltigkeit der Drachen. Die meisten sind eher skurril als hübsch, und der elegante Flieger Ohnezahn sticht deutlich heraus. Zugleich verhalten sie sich ein bisschen wie Hunde unterschiedlicher Rassen, die alle ihre eigenen Anliegen haben, und sorgen damit für viel Heiterkeit.

Selbige ist im dritten Abenteuer allerdings spärlicher gesät als früher, denn ein brutaler Drachentöter namens Grimmel verbreitet Angst und Schrecken. Außerdem verliebt sich Ohnezahn in ein weißes weibliches Pendant, was ja immer eine ernste Sache ist – vor allem, wenn die Angebetete den Kerl wie hier ordentlich zappeln lässt.

Hicks reift endlich

Eine ausgedehnte Balzszene markiert den komödiantischen Höhepunkt des Films, ansonsten sorgen vor allem die unterbelichteten Zwillinge Tuffnut und Ruffnut für den einen oder anderen Gag. Das gesamte Drachentöter-Trara, das in einen wüsten Krieg ausartet, dient nur dazu, Hicks in einen Reifungsprozess zu zwingen. In dessen Verlauf macht er zunächst einige Fehler und ringt darum, endlich das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen, der furchtlosen Kriegerin Astrid.

Das größte Pfund des Films ist seine mystische Seite: Eine magische Welt der Drachen tut sich diesmal auf, und in ihr tummeln sich Myriaden geflügelter Wesen in einer Ordnung, die der Menschen nicht bedarf. Wer sich schon immer gefragt hat, warum es keine Drachen mehr gibt, ­bekommt hier eine Antwort: Nichts ist für die Ewigkeit.

Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt. Regie: Chris Sanders, Dean DeBlois. 104 Minuten. Ab 6 Jahren.

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