Endstation Katzenklappe: Veronica Ferres in „Unter deutschen Betten“ Foto: Verleih

Das „Superweib“ Veronica Ferres geht als gescheitertes Schlagersternchen putzen in einer grenzdebilen deutschen Komödie: Unter deutschen Betten.

Stuttgart - Witzischkeit kennt keine Grenzen“ trällerte einst Hape Kerkeling – und hatte mit seinen Zuschauern „Kein Pardon“. Wie nun auch Linda Lehmann alias Veronica Ferres, die als einstiges One-Hit-Wonder beim TV-Comeback-Versuch auf einer Rakete sitzend krachend abstürzt und fortan „Unter deutsche Betten“ kriecht, um als Putzfrau ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Schenkelklopfhumor schlimmster Sorte hat der hauptberufliche Kameramann Jan Fehse („Nicht mein Tag“) inszeniert. Ein Hamster verschwindet im Staubsaugerrohr, Heiner Lauterbach, Simon Schwarz, Milan Peschel und Oliver Pocher sprechen grenzdebile Dialoge und üben sich im hemmungslosen Chargieren. Verzweifelt fragt man sich, ob man sich eher über ihr Spiel, ihre Frisuren oder ihre Klamotten echauffieren soll. Schmerzhaft zeigt sich: Komödie ist das Schwierigste, sie erfordert makelloses Timing, kluge Anarchie und pointierten (Wort-)Witz. All das sucht man hier vergeblich. Ferres, auch Produzentin, versucht sich im transparenten Glitzerkleidchen an einer Helene-Fischer-Parodie, sondert derbe Sprüche ab („Du verfickte Nutte!“), bleibt in einer Katzenklappe stecken und bläst sich, Höhepunkt in Sachen Schauspielkunst, eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Im gleichnamigen Bestseller von Holger Schlageter berichtet Justyna Polanska von ihren Erfahrungen als polnische Putzfrau in deutschen Haushalten: Ausbeutung, Rassismus, Schwarzarbeit – brisante Themen, die sich schwarzhumorig aufbereiten ließen. Stattdessen bekommt man eine maue und vor Klischees strotzende Parodie auf die heimische Musikindustrie geboten, Schlager-Trallala inklusive. Alles schon da gewesen. Nur besser und lustiger. Hape Kerkeling ist Pardon gewährt.

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