Walter Beckett erfindet geniale technische Wunderwaffen, doch beim Agenten Lance Sterling unterläuft ihm eine Panne Foto: Universal

Das Animationsabenteuer „Spione Undercover“ bietet frische Ideen und viele Anspielungen.

Stuttgart - Sie stehen an entgegengesetzten Enden­ der Sozialkompetenzskala: der Superspion Lance Sterling – cool, charmant, geschickt – und der Wissenschaftler Walter Beckett – introvertiert, schüchtern, hochintelligent. Walters Aufgabe ist es, Lance mit der Technik auszustatten, die er für gefährliche Missionen braucht. Als ein Auftrag außer Kontrolle gerät, wird Lance mittels eines von Walter entwickelten Serums in eine Taube verwandelt. Jetzt müssen die beiden noch enger zusammenarbeiten, um die Verwandlung rückgängig zu machen.

Will Smith leiht der Trickfigur Lance Sterling im amerikanischen Original nicht nur seine Stimme, der selbstverliebte, an berühmte Vorbilder angelehnte Geheimagent mit Hang zu großen Auftritten sieht ihm auch noch sehr ähnlich. In diesem Computeranimationsabenteuer wirkt zudem ganz selbstverständlich, womit sich die Realfilmwelt noch schwertut: einem dunkelhäutigen Bond.

Ein Gag-Feuerwerk

Ihm zur Seite stellt das Regie-Duo Nick Bruno und Troy Quane den schmächtigen Außenseiter Walter, eine Figur vergleichbar mit James Bonds Technik-Ausstatter Q. „Die Welt braucht Spinner!“, hat einst seine Mutter zu ihm gesagt, als er schon als Kind zu experimentieren begann und dafür gehänselt wurde. Auch jetzt werden die Gadgets, die er beim Geheimdienst für Agenten entwickelt, von den Kollegen meistens nur belächelt. Denn wo sonst vor allem Krach und Bumm regieren, setzt Walter Glitzerstaub und Brotkrumen dagegen. Und der Erfolg gibt dem kleinen Kerl recht.

Mit frischen Ideen entfacht der Film ein Gag-Feuerwerk, das sich weniger an Kinder als vielmehr an Erwachsene richtet. Nur Letztere werden die zahllosen Anspielungen auf andere Agentenfilme (inklusive farbechtem Bond-Vorspann!) bemerken und auch die deftigen Handgreiflichkeiten im Film wegstecken können. Denn hier handelt es sich nicht um gängige „Tom & Jerry“-Brutalität, sondern um Gewalt aus der Wirklichkeit, manifestiert im sadistisch veranlagten Bösewicht mit Roboterhand. Kinder unter 12 Jahren könnten damit Probleme haben.

Nie kommt Langeweile auf

Das Animationsniveau indes ist bemerkenswert hoch und die Tonspur mitreißend. Theodore Shapiros Musik, die Erinnerungen an Alan Silvestris „Zurück in die Zukunft“ weckt, unterstützt die rasante Action perfekt. So vergehen 102 Filmminuten ohne je Langeweile aufkommen zu lassen – welcher Hollywood-Film kann das schon von sich behaupten! Gut, dass es noch Spinner gibt.

Spione Undercover – Eine wilde Verwandlung. USA 2019. Regie: Nick Bruno, Troy Quane. 102 Minuten. Ab 6 Jahren. Cinemaxx City & SI, EM, Ufa

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