Kinokritik: „Plötzlich Papa“ Ziemlich bester Papa

Von wh 

Überraschung: Samuel (Omar Sy) bekommt ein Kind in die Hände gedrückt. Foto: Verleih
Überraschung: Samuel (Omar Sy) bekommt ein Kind in die Hände gedrückt. Foto: Verleih

Omar Sy, bekannt aus dem Film „Ziemlich beste Freunde“ spielt in „Plötzlich Papa“ einen Stuntman, der seiner Tochter Märchen erzählt.

Stuttgart - Samuel weiß nicht, wie ihm geschieht, als ihm Kristin ein Baby in die Arme drückt und sagt, dies sei seine Tochter. Und schon ist die Mutter auch wieder weg. In seiner Not reist Samuel mit der kleinen Gloria nach London, dem letzten bekannten Aufenthaltsort der Mutter. Doch Fehlanzeige. Dafür trifft er einen Filmproduzenten, der sein Talent als Stuntman erkennt und ihn fördert. Die Jahre vergehen, Samuel mausert sich zum liebevollen und fantasievollen Vater. Ein bisschen zu fantasievoll: weil er die Wahrheit scheut, erzählt er seiner Tochter, dass die Mutter als Agentin in aller Herren Länder unterwegs sei.

Basierend auf dem Drehbuch eines mexikanischen Films, glänzt die Vater-Tochter-Geschichte vor allem durch die Darsteller. Einmal mehr gibt Omar Sy hier den coolen Lebemann, der trotzdem tiefe Gefühle zeigen darf. Ihm zur Seite steht die kleine Gloria Colston, ein Wonneproppen mit üppigem Afrolook und dem bezauberndsten Lächeln, das sofort das Herz erobert. Wenn es nur der Film auch täte. Der aber ist ziemlich holprig und uneinheitlich inszeniert. Da wird aus einer Wohlfühlkomödie immer wieder todernstes Drama. Ein Hin und Her, das man so wenig verzeihen mag wie manche Drehbuchlücke: Warum etwa will die Mutter ihr Kind nach acht Jahren plötzlich wieder zurück? Selbst ein Running Gag (ein schwuler Filmproduzent macht ständig Hetero-Männer an) läuft ins Leere. Am Ende wird dem Film auch noch eine 180-Grad-Wende verpasst. Wehe dem, der sein Taschentuch zuhause vergessen hat!

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