Kevin Spacey muss sich wohl auf das endgültige Karriere-Aus gefasst machen. Foto: Getty

Publikum und Kinobetreiber kennen keine Gnade: Der neue Film mit Kevin Spacey wird in den USA mehr oder weniger boykottiert. In Deutschland triumphiert Denzel Washington an der Kasse.

Stuttgart - Die schrillste Kinokassen-Bilanz des Wochenendes kommt aus den USA. Dort ist ein neuer Film mit Kevin Spacey gestartet, „Billionaire Boys Club“, und dass sich nur acht Kinos im ganzen Land fanden, die bereitet waren, ihn überhaupt zu spielen, zeigt schon: nach den – bislang vor keinem Gericht bewiesenen – Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und fortlaufender sexueller Übergriffigkeit gegen den früheren Star von„House of Cards“ ist dessen Karriere wohl zu Ende. Ridley Scott hatte Spacey zuletzt aus dem schon zu Ende gedrehten „Alles Geld der Welt“ herausgeschnitten und durch einen anderen Schauspieler, durch Christopher Plummer, ersetzt.

Immerhin hätte man auch einen gewissen Neugierdeeffekt für möglich halten können, Motto: Wie sieht wohl der vielleicht letzte Leinwandauftritt Spaceys aus? Dieser Effekt aber trat nicht ein. Auch in den acht Kinos, die „Billionaire Boys Club“ spielten, hat ihn das Publikum mehr oder weniger geschlossen boykottiert. Am Starttag, das ist in den USA der Freitag, kamen insgesamt 126 Dollar in die Kassen, am Samstag noch einmal 162 Dollar. Allerdings waren die Produzenten sowieso vom Totalabsturz ausgegangen und hatten den Film noch vor seinem Ministart im Kino als Bezahlstream im Netz angeboten.

Reiche Asiaten

Die positive Überraschung des Wochenendes in den USA war dagegen „Crazy Rich Asians“, die erste Hollywood-Produktion mit einem asiatischstämmigen Ensemble seit einem Vierteljahrhundert, seit Wayne Wangs „Töchter des Himmels“ von 1993. Die romantische Komödie von Regisseur Jon M. Chu („Justin Bieber: Never say never“, „G.I. Joe – Die Abrechnung“) spielte in den ersten Tagen 33,2 Millionen Dollar ein. In Deutschland startet der Film an diesem Donnerstag, am 23. August. Hierzulande unterschlägt man interessanterweise ein Wort aus dem Titel, er wird nur „Crazy Rich“ heißen.

In Deutschland dagegen setzte sich der Action-Film „The Equalizer 2“ mit Denzel Washington mit 170 000 Besucher und 1,6 Millionen Euro an die Spitze der Wochenend-Charts. „Mission Impossible: Fallout“ folgt mit deutlichen Abstand auf Platz 2 mit 120 000 Besuchern und 1,3 Millionen Euro Umsatz – macht nach dem dritten Wochenende bislang 825 00 Besucher für das Tom-Cruise-Vehikel in Deutschland.

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