Die Dokumentation über Dr. Vasant Lad startet am 23. August in den Kinos. Rechts: Ayurveda-Arzt Dr. Prasanth Raghavan auf einem seiner Stuttgart-Besuche Foto: mindjazz pictures/

Mit dem Helden aus dem Film „Ein Doktor aus Indien“ fühlt sich ein Wahl-Stuttgarter und Kollege verbunden: Beide wollen ihre ayurvedische Heilkunst im Westen bekannter machen.

Stuttgart - chon in der Bibel wird davon erzählt, dass der Prophet im eigenen Land nichts gelte. „Das trifft auch auf Dr. Vasant Lad zu“, sagt Dr. Prasanth Raghavan über seinen Arzt-Kollegen und Landsmann: „In Indien ist Lad nicht so bekannt und populär.“ Dafür kennt man die Titelfigur aus dem am 23. August in Stuttgart anlaufenden Film „Der Doktor aus Indien“ in der westlichen Welt umso besser.

Der Film erzählt die Geschichte von der Mission eines Mannes, die alte indische Heilkunst Ayurveda in die USA zu bringen. Es ist eine Dokumentation über Dr. Vasant Lad, der die vom Guru seiner Familie erkannte Bestimmung erfüllte und zu einem Pionier der ganzheitlichen Medizin wurde. Er half dabei, Ayurveda, das bei seiner Ankunft im Westen nahezu unbekannt war, zu einer der am weitesten verbreiteten alternativen Heilmethoden der Welt zu machen.

Jahrtausende altes Wissen

„Dies ist Lad auch durch seine Publikationen gelungen“, sagt Prasanth Raghavan, der in diesen Tagen wieder auf Europa-Tournee ist und auch Patienten in Stuttgart besucht. Raghavan und Lad sind Brüder im Geiste: „Wir wollen Ayurveda auf ein wissenschaftliches Niveau heben, damit die Wirksamkeit im Westen besser verstanden wird.“ In den USA oder in Europa glaube man immer noch, Ayurveda sei so etwas wie Wellness. „Die Leute denken, es ist wie Saunabaden, es tut zwar gut, aber im Grunde hilft es nicht. Wenige wissen, dass dieses Jahrtausende alte Wissen die Menschen von Krankheiten befreit.“

Im Film „Der Doktor aus Indien“ wird das deutlich. Unter anderem auch durch die Interviews mit dem Ayurveda-Anwender Deepak Chopra und anderen.

An Lad schätzt dessen Kollege Raghavan vor allem, dass er sich nicht der westlichen Welt anbiedert und die Wurzeln des Ayurveda hochhält. Raghavan hat Lad 2010 auf einem Kongress in Jaipur kennen gelernt und fachsimpelte einen Abend lang mit der Ayurveda-Größe. „Er ist ein sehr ruhiger, besonnener und intelligenter Mann“, erinnert er sich. Zudem sei Lad auch ein wenig visionär. „Er sieht in Zukunft eine noch stärkere Spezialisierung in unserer Heilkunst“, sagt Raghavan, der im Bundesstaat Kerala das Ayurveda-Center Ayush Prana betreibt.

Früher bewegten Bücher die Welt, heute Filme

Lad war im Gespräch mit seinem Kollegen angeblich sehr davon angetan, dass Raghavan bereits seit Jahren genau diesen Weg eingeschlagen hat. Er hat sich auf die im Westen als unheilbar geltende Krankheit Multiple Sklerose spezialisiert. „Eine ernst zunehmende Krankheit also, von der im Westen keiner glaubt, dass man sie mit Ayurveda in den Griff bekommen kann“, sagt Prasanth Raghavan und verweist auf einen anderen Film: „Living Proof“, die Dokumentation des Kampfes des an MS erkrankten Matt Embry. „Wir brauchen solche bewegenden Dokumente“, sagt Raghavan, „früher waren es Bücher, die die Welt bewegten. Heute sind es auch Filme wie der ‚Doktor aus Indien’.“

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