Zum Glück gibt es solch große Hagelkörner nur bei extremen Wetterlagen. Foto: dpa

Es ist kein Zufall, dass Gewitter und Hagel fast immer am Nachmittag entstehen.

Stuttgart - Wenn man sich an die vergangenen Gewitter mit Hagel erinnert, dann fällt auf, dass diese fast immer am späten Nachmittag oder in den frühen Abendstunden entstehen. Nur äußerst selten hagelt es mitten in der Nacht. Dafür gibt es auch eine plausible Erklärung. Wenn der Boden von der Sonne stark aufgeheizt ist und sich hohe Gewitterwolken bilden, kann es auch hageln.

Voraussetzung für Hagel sind Gewitterwolken. Diese bilden sich dann, wenn zwischen der Luft direkt über dem von der Sonne aufgeheizten Boden und der Atmosphäre weiter oben im Himmel ein großer Temperaturunterschied herrscht. Hoch droben können auch an einem heißen Sommertag noch eisige Temperaturen sein. Dadurch können sich kilometerhohe Wolken formen. Genau dann ist überhaupt erst die Möglichkeit da, dass sich starke Aufwinde bilden können. In diesen Winden vom Boden in Richtung Himmel können kleine Wassertröpfchen weit hinauf befördert werden und dort gefrieren. Hagel entsteht.

Indem die zunächst kleinen Hagelkörner durch die Aufwinde immer wieder nach oben geschleudert werden und dabei weiter wachsen, können sich am Ende auch richtig große Hagelkörner bilden. Irgendwann sind sie dann so schwer, dass der Aufwind sie nicht mehr tragen kann und sie zu Boden fallen. Je stärker die Aufwinde, desto größer können die Hagelkörner werden.

Der Boden, der sich tagsüber aufgeheizt hatte, kühlt nach dem Sonnenuntergang – wenn es langsam dunkel wird – ab. Dadurch wird der Temperaturunterschied zwischen der Luft am Boden und der Luft im Himmel kleiner. Die Bedingung für die Bildung von Gewitterwolken fällt also langsam weg. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn sich mehrere Gewitterwolken zusammenschließen, dann verzögert sich alles. In dieser Konstellation wird das Gewitter möglicherweise erst nachts niedergehen.

Bildet sich in den großen zusammengeschlossenen Gewitterwolken Hagel, so kann dieser deutlich größer als tagsüber werden. Gewitter und Hagel können nachts also heftiger ausfallen. Das aber ist extrem selten.

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