Helfer empfangen Peggy Whitson nach ihrem Rekordflug im All. Foto: AFP

Die Astronautin Peggy Whitson ist aus dem All zurück – mit mehreren Rekorden. Nach zehn Monaten am Stück auf der Internationalen Raumstation muss sie nun erst einmal wieder das Laufen üben.

Moskau - Das kann man sich als irdischer Mensch, der mit beiden Beinen jeden Tag fest auf dem Boden steht, kaum vorstellen: Die Astronautin Peggy Whitson war jetzt zehn Monate am Stück auf der Internationalen Raumstation. Dort, 400 Kilometer über der Erde im Weltall, herrscht Schwerelosigkeit. Das bedeutet, man kann frei im Raum herumfliegen. Das hört sich lustig an, ist aber manchmal gar nicht so einfach, etwa wenn man isst, sich wäscht oder aufs Klo muss.

Am Sonntag ist Peggy Withson sicher auf der Erde gelandet – nach exakt 288 Tagen. Damit hat sie gleich mehrere Rekorde gebrochen. So war vor ihr noch keine Frau länger ohne Unterbrechung im Weltall. In ihrem Leben hat sie aber noch viel mehr Zeit im All zugebracht – insgesamt waren es bei ihren drei Raumflügen 665 Tage. Das hat vor ihr noch keine amerikanische Astronautin geschafft. Und weder eine Amerikanerin noch eine Russin hat so viele Einsätze mit dem Raumanzug außerhalb eines Raumfahrzeugs im All absolviert, nämlich zehn. Insgesamt war sie 60 Stunden und 21 Minuten im freien Weltall – nur zwei Männer bringen es auf mehr Außenbord-Stunden. Und um den Rekorden noch einen weiteren hinzuzufügen: Mit ihren 57 Jahren ist sie die älteste Frau, die je im All war.

Platz nehmen im Sessel

Als Peggy Whitson zusammen mit zwei Kollegen wohlbehalten in der Steppe in Kasachstan angekommen war, durfte sie zunächst einmal in einem Sessel Platz nehmen. Das hat einen guten Grund: Obwohl die Astronauten an Bord der ISS täglich trainieren, sind ihre Muskeln durch die lange Schwerelosigkeit geschwächt. Auf der Erde müssen sie daher erst einmal wieder ihre Muskeln ordentlich in Schwung bringen und das Laufen üben.

Die tollen Rekorde von Peggy Whitson sind sicherlich ein Vorbild für andere junge Frauen, es ihr gleich zu tun. Das ist auch das Ziel der Intitative „Die Astronautin“: Sie will Astronautinnen ausbilden. Unter etwa 400 Bewerberinnen wurden im April zwei Frauen ausgewählt: Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann. Noch vor 2020 soll eine von ihnen als erste deutsche Frau ins Weltall fliegen.

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